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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

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ist eines der charakteristischesten

Werke Kändlers. Sehr fein in Modellierung

 und Dekor ist auch der

ruhig dastehende Offizier in ziegelrot-weißer

 Uniform und lilafarbener

Schärpe (Kat.-Nr. 650, Sammlung

Karl Mayer).

Aus verschiedenem Besitz fand

sich eine amüsante lange Reihe von

Figuren aus der italienischen Ko- 7

mödie zusammen, deren Vorbilder ' i'llich

 in den Stichen zu dem 1730 in

Paris erschienenen Buch des Riccoboni

 „Histoire du Theätre italien"

fand. Nahezu alle der 17 Stiche sind

in den Dreißiger- und Vierzigerjahren

 zu Meißen in Porzellan modelliert

 worden. Einige davon hat Berling,

 und zwar  XII,  ab_ Porzellanausstellung in Troppau. Meißener Deckelterrine

gebildet, zwei andere folgen hier im m" unlmmm um "so (Katrin 87)

Stich und der Meißener Nachbildung. Es sind, wie die Unterschriften melden,

der „Pierrot" und der „Narcesin de Malalbergo".

Der Mitte des XVIII. Jahrhunderts gehören die zwei lebhaft bewegten,

schwerfallig tanzenden Figuren eines Bauern und einer Bäuerin an (Kat.-Nr.

 63112, Sammlung Grauer).

Die Kunstweise von Acier, dem 1764 aus Paris nach Meißen berufenen

Modelleur, zeigt die Figur einer Bäuerin mit Eierkorb im Arm und doppeltgehenkelter

 Vase am Kopf (Kat.-Nr. 657, Sammlung Grauer).

Über die frühen Höchster Figuren werde ich an anderer Stelle berichten,

desgleichen über die von Fürstenberg. Aus der gleichfalls gut vertretenen

Frankenthaler Plastik hebe ich die hinreißend schöne sitzende Figur einer

vornehmen lesenden Dame hervor, die der allerersten Hannongschen Zeit

entstammt und im Katalog abgebildet ist. Die graziöse Ruhe und Intimität

dieser Figur stellen sie unter die besten Werke der gesamten deutschen

Porzellanplastik. Gleichfalls der Hannongschen Zeit gehört die große „Toilette

der Venus" an (Kat.-Nr. 74x, Kunstgewerbemuseum Karlsruhe), die besonders

durch ihren prachtvollen reichen Dekor fesselt. Das Gewand der frisierenden,

stehenden Dienerin trägt einen für die Frankenthaler Frühzeit so charakteristischen

 Dekor, der ähnlich auch an anderen Figuren dieser Zeit in den

Sammlungen Wurz-Mannheim und List-Magdeburg wiederkehrt. Es ist ein

schokoladefarbener Grund mit eisenrotgoldenen Chrysanthemen und blauen

Blümchen, beide an grünen Zweigen. Diese „Toilette der Venus" ist noch

in verschiedenen Repliken und Varianten erhalten. Am reichsten, mit hinten

hochaufgebauter Rocaillelaube und einem den Spiegel der Göttin vor-56'




            
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