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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 10)

feminarurn tarnen ad huc tanturn, sucina obtinent,

 tandemque omnia haec quam gemmae

auctoritatem, sane priora illa aliquis de causis,

crystallina frigido potu, murrinaque utroque","

das heißt „Den nächsten Rang im Luxus,

jedoch bisher nur bei den Frauen, behaupten

(nach den kristallenen) die Bernsteinarbeiten.

Alle diese Dinge, die Murrinen, Kristall- und

Bernsteingefäße haben dasselbe Ansehen wie

Antike GlasschalmKöln, Museum Wall- Edelsteine, jene ersteren jedoch aus irgend

"Lmcha" einer Ursache, indem die Kristallgefäße zu

kaltem und die Murrinen zu beiderlei Getränk dienen."

Die anderen klassischen Schriftsteller, welche die Murrinen erwähnen,

scheinen, sofern sie überhaupt die technische Seite berühren, in Bezug auf

deren Stoff nicht immer derselben Ansicht wie Plinius zu sein. Bei Statius

Findet man, wie auch bei juvenal und anderen die Murrinen den Kristallgefäßen

 entgegengesetzt, opak-buntfarbige Arbeiten den farblos-durchsichtigen:

 „Pocula magno Prima duci murrasque graves crystallaque portat" f" zugleich

 ein Zeugnis für ihr schweres Gewicht. Seneca bezeichnet Murrinen

als umfangreiche Gefäße aus edlem Stein: „Video murrina pocula parum

scilicet et luxui magno fuit, nisi quod vomant capacibus gemmis inter se

propinarent." I" An einer anderen Stelle deutet er den Schätzungswert, in

welchem zu seiner Zeit einige Luxusarbeiten standen, durch folgende

Reihung an: „ . . .ut sit aureum poculum, an crystallum, an murrinum, an

Tiburtinus calix, an manus concava, nihil refertßf Der Pokal aus Tibur,

welcher hier unmittelbar der hohlen Hand als Trinkgefäß vorangestellt ist,

war wohl ein Tonbecher gewöhnlicher Sorte. Es müßte wundernehmen,

wenn bei dieser Rangordnung das damals so hochgeschätzte, auch von

Seneca sonst so häufig und in auszeichnender Weise erwähnte Glas übergangen

 wäre. Das ist jedoch nicht der Fall, denn mit dem Ausdruck

„crystallum" sind außer echten Kristallgefäßen auch solche aus Kristallglas

gemeint, da man für beide Arten im Lateinischen wie im Griechischen nur

eine Bezeichnung hatte; unter den Murrinen aber sind, auch gegen die Ansicht

 Senecas selbst, wie wir sehen werden, eben nur Gläser zu verstehen.

Die Dichter des neronischen Zeitalters, LucanH und MartialjH erwähnen

 die damals außerordentlich hoch bewerteten Murrinen wiederholt

als Erzeugnisse des höchsten Luxus, ohne sich näher über sie zu äußern,

während sie Juvenal, wie bereits erwähnt, den farblos-durchsichtigen

Kristallen gegenüberstellt: „In sacris quidem inter has opes hodie non murrinis

 crystallinisve, sed iictilibus probabititer simpuviis (oder simpulisLHH

das heißt „In den Tempeln wird heute unter diesen Schätzen nicht aus

murrinischen und kristallenen, sondern aus tönernen Schalen geopfert."



' Plinius, 37, n. - i" Sratius, Silvae III, 4, 57. - "b" Seneca, De beneüciis, L, 5, ro, g. - 1' Ders.,

Epist. ug. - 1'1- Lucan, IV, 380. - "HT Manial, X. 80, x, und XIV, x13, i. - 11H Juvenal, San, VI, 34a.
            
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