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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 10)

ein Konsular mit solcher Gier, daß er den

Rand annagte, durch welche Beschädigung

 er jedoch dessen Wert nur steigerte.

Und noch jetzt hat ein murrinisches Gefäß

 keine bessere Empfehlung."

Der hohe Preis von 70.000 Sesterzien

(gleich 5.800 Gulden) steht mit jenem im

Einklang, welchen derselbe Konsular -

gemeint ist Neros bekannter kunstliebender

 Zeremonienmeister T. Petronius -

für eine Trulla murrina, eine Hache Schale

mit Griff, bezahlte, nämlich 80.000 Sesterzien.

 Da er sie dem Kaiser, der nach

ihr sehr lüstern war, nicht gönnte, überdies

in eine Verschwörung gegen diesen verwickelt, genötigt wurde, Gift zu

nehmen, zerschlug er sie noch auf seinem Totenbette, um sie nicht in Neros

Hände fallen zu lassen, der sie ohnedies seinen Erben genommen haben

würde. Der Kaiser ließ die Trümmer, die von wunderbarer Schönheit gewesen

 sein sollen, auflesen und verwahren.

Aber außer diesem hervorragenden Exemplar besaß Petronius noch

eine solche Menge von diesen Gefäßen, daß Nero sie nach dessen Tode

den Kindern entzog und öffentlich in einem Theater jenseits des Tiber aufstellen

 ließ. Plinius berichtet darüber im Anschluß an seine Mitteilung über

die Murrinen:

„Idem (consularis) in reliquis generis eius quantum locaverit licet estimare

 ex multitudine, quae tanta fuit, ut auferente liberis eius Nerone exposita

occuparent theatrum peculiare trans Tiberim in hortis, quod a populo impleri

canente se, dum Pompeiianus praeludit, etiam Neroni satis erat. Vidi tunc

adnumerari unius scyphi fracti membra, quae in dolorem, credo, seculi invidiamque

 Fortunae tamquam Alexandri Magni corpus in conditorio ut ostendarentur

 placebat. T. Petronius consularis moriturus invidia Neronis ut

mensam eius exhaeredaret, trullam murrinam I-ISCCC emptam fregit, sed

Nero, ut par erat principem, vicit omnes I-IST capidem unam parando.

Memoranda res tantiimperatorem patremque patriae bibisse." Zu deutsch:

„Wieviel derselbe Konsular in anderen Gefäßen dieser Art verbrauchte, darf

man schon aus deren Menge schließen, die so groß war, daß sie, als Nero

sie dessen Kindern wegnahm (der ganze Besitz des zum Tode verurteilten

Verschwörers und ehemaligen Vertrauten des Kaisers wurde konfisziert)

bei ihrer Ausstellung das kaiserliche Privattheater jenseits des Tiber füllten,

dessen vom Volk besetzter Raum selbst dem Nero genügte, wenn er dort

als Sänger auftrat, um sich für die Vorstellungen im Theater des Pompejus

vorzubereiten. Ich sah damals die Stücke eines einzigen Bechers vorzählen,

welche man, wie ich glaube, zum Schmerz der Welt und zum Hohn des



Antike Glasschale von Helling: in Luxemburg

"' Plinius a. a. 0., 37, 7 (Fortsetzung).
            
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