MAK

Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 11)

Aus dem Reliquienschatze des Hauses Braunschweig-Lüneburg, Das große Kuppelreliquiar 
EÜNIER-AÜSSTELLUNG. Die Ausstellungssaison ist vom Hagenbund ein- 
geweiht worden. Er hat das malerische und plastische Lebenswerk Constantin 
Meuniers in mehreren hundert Nummern zur Schau gestellt und es auch durch einen 
anregenden Vortrag julius Leischings (Brünner Gewerbemuseum) glossieren lassen. Der 
architektonische Rahmen ist von Josef Urban, eine wirksame Raumgestaltung, die nament- 
lich dem unvollendeten Hauptwerk, dem „Denkmal der Arbeit", auf erhöhter Estrade 
eine Art weltliches Presbyterium einräumt. Ist doch ohnehin der sittliche Gehalt dieses 
Lebenswerkes, gleichsam im Sinne einer Religion der Arbeit, so erhöht, daß eine weihe- 
volle Stimmung sich von selbst einstellt. Die Reihe der Werke geht vom „schlagenden 
Wetter" (Le grisou, in kleiner Wiedergabe der lebensgroßen Brüsseler Gruppe) bis zum 
Zola-Denkmal, das über die Gipsversuche nicht hinausgelangt ist. Zola als aufrechte 
Paletotfigur, am Sockel ein Arbeiter und eine stillende Mutter mit Kindern, welche Gruppe 
am endgültigsten durchgebildet ist. Auch über das Arbeitsdenkmal erfährt man Neues. 
So sieht man da den ersten Entwurf, in Form eines Kamins mit aufrechten Seitentiguren
	        
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