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MAK

Full text : Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 12)

Louis Paul Dessar, Ochsengespann im Walde

Auch Frederick Ballard Williams, dessen Arbeiten ich schon oft in Wort

und Bild in diesen Blättern verführte, hat dies Jahr seiner ohnehin vielseitigen

und, obgleich Williams noch in jungen Jahren steht, reifen Kunst ein neues

Genre hinzugefügt. Er beschränkte sich im Landschaftlichen bisher hauptsächlich

 auf die Eindrücke, welche seine nähere Heimat, die Umgebung des

Städtchens Paterson auf ihn machte, und es war in seinen romantisch-heroischen

Landschaften eine Art Heimatskunst vertreten. Nun hat eine Europareise

ihn an die englische Küste geführt und er hat gefunden, daß auch dort reicher

Stoff für seine Eigenart vorhanden ist. Er hat Bilder von souveräner Vornehmheit

 der Auffassung und einer abgeklärten, gesättigten Farbenskala heimgebracht.

 Auch in der Heimat ist ihm eine neue Gegend lieb geworden: Die

Hudson-Landschaft. Trotz ihrer großen Anmut und stolzen Linienführung

haben seit den frühen Tagen amerikanischer Kunst, als die „Hudson river

school" sich noch in rein topographischer Treue mit dem amerikanischen

Rhein und seiner Umgebung befaßte, unsere Maler diese Gegend wenig

ihrem Pinsel dienstbar gemacht. Williams ist daher in der angenehmen Lage,

die Reize einer von der Kunst fast unberührten amerikanischen Landschaft

von großzügiger, ihm kongenialer Schönheit als künstlerisches Neuland zu

erobern. Ein bisher bei uns ungepfiegtes Gebiet für seine Palette hat auch

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