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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

Unsicherheit; in der Raumkunst, der Möbeltischlerei

 eine gewisse Öde, Farbenunsicherheit,

ja geradezu falsche Stimmung. Das machte und

ließ unbefriedigt. Ein toter Punkt war erreicht,

den großen kunstgewerblichen Produzenten nur

allzu deutlich erkennbar.' Die meisten Menschen

von Geschmack und Kultur wollten und konnten

in einem modernen, ihnen eingerichteten Interieur

 nicht leben, ihrem Raumgefühl widerstrebte

 diese Raumkunst. Vielleicht sind sie

wohl zu sehr historisch infiziert. In Parenthese

übrigens gesagt, die Franzosen, die genialen

Schöpfer der modernen Malerei, wissen und

wollen auch wenig von moderner Möbel- und

Raumkunst wissen. L'Art nouveau war nicht

viel mehr als ein einzelner

Versuch eines Ausländers

und das Castel Beranger in

Auteuil, dasWerk Guimard,

ist nicht mehr das Ziel von

Wallfahrern. Es ist auch

charakteristisch, daß die

Käufer der gewiß bewundernswerten und uniken Bijoux von

Lalique auf der Pariser Weltausstellung meist Bühnenkünstlerinnen

 (Sarah Bernhardt) und reiche Amerikanerinnen

 und ausländische, meist deutsche Museen waren.

Und in England in den I-Iäusern des Komfort, auch

in den Schlössern unserer Aristokraten, die gewiß bequem

und geschmackvoll zu leben und zu wohnen verstehen

seit alters, hat die „Moderne" keinen Eingang gefunden.

Und doch oder trotzdem gibt es keine mustergültigeren

Vorbilder für Wohnungseinrichtung als ein englisches

I-Iome. Man darf übrigens Englands modernes Kunstgewerbe

 nicht nach dem „Studio" beurteilen. Das wäre

verkehrt.

Das waren nach meinem Gefühl wohl die Gründe,

welche die Leitung des k. k. Österreichischen Museums

veranlaßten, ein neues und doch altes Rezept hervorzuholen,

 es wieder einmal mit den historischen Stilen zu

versuchen, getreue, mustergültige, historisch richtige Interieurs

 aus verschiedenen Zeiten, sicheren geschlossenen

Stilepochen zusammenzustellen. Ich kann rnir nicht denken,

 daß es sich dabei einfach darum handelt, genau



Holzkrug, XVI. jahrhunden

. . _ _ __ Mohnmö ,XVI. hwieder

 zu kopieren - denn ein gotlsches dusteres 12:4", Ja t
            
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