MAK

Full text: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

Winterausstellung im k. k. Österreichischen Museum, Gotische Stube, Entwurf vom Architekten Humbert 
Welcher von Molthein, ausgeführt von Angela Furlani in Kreuzenstein 
Fabrik", bei der die einschlägigen Bestellungen gemacht wurden, nur 
„geschmackvolle Arbeiten" liefere. Ich konnte es ebensowenig verhüten, 
daß auf dem Deck II. Klasse ein unförmlich großer Eiskasten von geradezu 
urweltlicher Plumpheit aufgestellt wurde, nachdem im Grundriß des Bootes 
kein Vorratsraum mit Kühlung vorgesehen war. Daß der Wert einer Arbeit 
wie eines solchen Dampfers nicht bloß in der mehr oder weniger kost- 
spieligen Ausstattung einzelner Räume, sondern, wie das auch beim Wohn- 
haus der Fall ist, auf einer sämtliche Erfordernisse berücksichtigenden Dis- 
position beruhen müsse, ist eine Ansicht, zu der sich recht viele noch nicht 
emporgearbeitet haben. Die meisten Vertreter der sogenannten gebildeten 
Stände glauben, wunder was für die Kunst getan zu haben, wenn sie ein oder 
das andere Zimmer ihres Hauses „stilvoll" einrichten! Als ob es darauf 
ankäme, mit einem einzigen guten Lappen ein ganzes Kleid zur künstlerisch 
guten Erscheinung zu machen! Es kommt doch in erster und letzter Linie 
auf die Art des Gehäuses selbst an und dann auf das, was jeder Örtlichkeit, 
heiße sie nun wie sie wolle, in zweckdienlicher Weise beigegeben wird. 
Tritt erst dieser Standpunkt in sein volles Recht, dann fällt die Stilfrage ganz 
von selbst als bestimmender Faktor weg.
	        
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