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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

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zu künden, ist in der

Kunst viel vorgefallen.

Damals waren Stuck,

L. v. I-Iofmann, Exter,

Dill, selbst noch Uhde,

neue Fechter und Angefochtene;

 jetzt sind

sie jenseits von alldem

und ein neues Geschlecht

 wandelt die

Pfade, die sie gebahnt

haben. Manches in

dieser Ausstellung

schmecktschonwieder

nach „Schule". Man

erkennt etwa Dill und

Zügel weithin an ihren

Schülern (Reiniger,

Schramm-Zittau), am

wenigsten Stuck, bei

dem die Naturen nicht

so in Methode aufgelöst

 werden. Im allgemeinen

 ist der dekorative

 Zug, wie ja

in ganz München

(„Schol1e"!), weit stärker

 geworden. Eine

Art Prinzip der Farbe

um der Farbe willen

hat sich aufgepflanzt,

"f"! da daS iAuge nun Winterausstellung im k. k. Österreichischen Museum, Büfett, entworfen von

einmal zunächst auf Albrecht Pasternak, ausgeführt von Pasternak 8: Geiringer

Farbenwahrnehmung

eingestellt ist, findet man alles in der Welt koloristisch. Wer hätte etwa gedacht, daß

jemals ein feiner Farbenseher wie Nißl einen Innenraum der Glyptothek mit seinen

gelben und grünen Kunstmarmorwänden, roten Säulen und gipsigen Statuen im hellsten

Sonnenlicht als interessantes Farbenmotiv verwerten würde? Und ihm fällt selbst das

„malerisch" aus. Neben solchen Neuäugigen hat aber die Münchener Sezession auch noch

eine alte Garde, der die Lenbach-Zeit ins Gesicht geschrieben ist (Habermann, Samberger)

und die Eklektik eines Albert v. Keller, die den Weg von Munkacsy bis zu F. A. Kaulbach

zurückgelegt und sich mit allen Zwischenerlebnissen abgefunden hat. Natürlich fehlt auch

der Rückschlag ins ganz Alte nicht, das ja in neuen Händen von der richtigen Naivität,

wie bei I-Iaider, einen aparten Reiz gewinnt. Und dieses gute Alte taucht mitunter selbst

in hochmodernen Bildern gleichsam dämonisch auf und guckt mit den klaren Augen von

damals durch die Farbenschleier von heute. Ein köstlicher Fall dieser Art ist Knirrs Selbstbildnis,

 dem man sein Datum gewiß deutlich ansieht, wo aber im Schrankspiegel die ganze

Szene sich mit einer plastischen Klarheit abbildet, als habe man den Durchblick in das I-Iinterzimmer

 eines Bildes von Vermeer von Delft. Der Gesamteindruck von alldem ist jedenfalls

der eines reichlich fließenden Kunstlebens. Die I-Ionoratioren der Münchener Sezession sind

gut vertreten. Am wenigsten gut Uhde mit dem bekannten Bilde des Schauspielers Wohlmuth

 als Richard III. und einer Szene: „Kind und Hund". Für heroische Absichten nach

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