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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)


Wimerausstellung im k.k. Österreichischen Museum,

 Kinderhäubchen, ägypxische Flechnechnik,

ausgef. in der k. k. Kunststickereischule in Wien

Winterausstellung im k. k. Österreichischen Museum,

Tlschchen, gestickt, entworfen von Frunziuka Hofmznninger,

 ausgeführt von joaeine Lang

in dem „Porträt der Frau Pfannstiel" und manchen anderen. Es ist eine helle, nordische

Welt, ohne den herkömmlichen Atelierspuk von einst. Obgleich auch Larsson mitunter einen

vollen GriFi in das Tieftonige tut, wie in dem großen Ölbilde „Märchen", wo zwei seiner

Kinder unter der elektrischen Lampe am Tische sitzen, im goldbräunlichen Lichtnebel, und die

ältere ein Märchen verliest, sie selbst als abenteuerlich dunkles Schattenbild vom Rücken

gesehen. Kein Wunder, daß das Märchen als leibhaftige Vision über die Tischplatte läuft,

die arzurblaue Königstochter mit dem purpurroten Galan, in einen kleinen Regenbogen

gefaßt - husch, sind sie auch schon vorbei. Es ist immerhin etwas, daß der leichthändige

Illustrator und Improvisator so ein großes, tonreiches Bild doch fest zusammenzuhalten weiß

und nicht ins Leere geraten läßt. Das Spiel der schummerigen Schatten lockt den rotbärtigen

Sohn des Sonnenlichts (der in einem Selbstbildnis so wuchtig „auf Fleischton" abkonterfeit

ist) und er gibt dann Szenen wie „Mutter und Kind", ein förmlich Munchsches Motiv, oder

die „Bandweberin", ein Aquarell von ausgiebiger Rot- und Gelbwirkung des Nationalkostüms

im Lampenschein. Sein eigenstes Gebiet ist aber doch die Hellmalerei in freizügigster

Handschrift, oft geradezu mit farbigen Kreiden hingeschrieben und zum Teil mit breiten

Lavierungen gestimmt. Ein Element von ornamentaler Arabeske ist darin, und eine Menge

Witz des Augenblicks, wie bei Raffaelli etwa. Auch in der reinen Landschaft macht sich

dies geltend, so in dem meisterlichen großen Aquarell „Unter den Birken", dessen hellgrünes

 Gesprenkel mechanisch aus Farbe und Luft gemischt scheint. Anderseits geht er

auch i-igural bis ins Lebensgroße; wie zum Beispiel das Stubenmädchen Martina auf vollgehäuftem

 Brett den saftigen Familienimbiß hereinbringt. Ein Effekt, ohne der netten

Martina nahetreten zu wollen, wie Paulus Potter ihn wagte, als er den lebensgroßen Stier

in Öl malte. Die ganze Kunst Larssons ist etwas durchaus Erquickliches. Wie bei Eugene

Carriere, sprießt sie aus tief sittlichem Grunde, der Reinheit und Liebesfiille des Familien-
            
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