Vierkanten verstärkten
Stellen zwei ovale Tischplatten
oben und in
etwas mehr als Drittelhöhe
der Füße. Ein
früher Versuch zum
eleganten Frühstückstisch
(Abb. 39).
Weniger elegant,
aber weit origineller
stellt sich die aus dem
Schloß Hurfe bei Lyon
stammende Kombination
von Tisch und Lehnstuhl
dar (Abb. 40). Auf
einem teilweise vierkantigen,
teilweise runden
Stuhlgestell ruht
die sehr geräumige Sitzplatte.
Die vier Stuhlfüße
sind dockenförmig,
gleich hoch über dem
Sitz fortgeführt. Hier
bilden zwei darübergelegte,
gedrechselte
Rundstäbe die Seiten -
. - Abb. 43. Der heilige Hieronymus am Scbreibpult, oberdeutsch oder franlehnenv
elne Querlelste zösisch, zweite Hälfte des XVJahrhunderts. 0,23 x o,x7 Meter
bildet die Rücklehne.
Die Lehnen liegen in einer Horizontalebene und an Scharnieren bewegt sich
eine ovale Platte, die einmal als Tisch, das andere Mal als Ergänzung der
Rücklehne dienen kann - eine zur Verwendung für die Wärterin am
Krankenbett nicht unzweckmäßige Kombination.
In seiner Zweckbestimmung dem Tische nahe verwandt ist das Pult.
Beide sind zum Tragen von Gegenständen bestimmt, der Tisch im allgemeinen,
das Pult für den schriftlich niedergelegten oder niederzulegenden
Gedanken. Die praktische Erwägung, daß die Schrift dem Auge auf schräger
Fläche bequemer zugänglich sei, hat die wagrechte Platte zur geneigten
gemacht. Immer handelt es sich beim Pult um Lesen oder Schreiben, sei es
im Zimmer des Gelehrten, auf dem Altar oder in dem Chor der psalmodierenden
Geistlichen. Die Pulte zerfallen in zwei Hauptgattungen: solche,
die nur als Pultgestelle auf einem Altartische oder dergleichen aufgestellt
werden, oder solche, die direkt mit der vom Boden ausgehenden Stütze verbunden
sind. Die Betpulte - die Chor- und die Kirchenpulte gehören hierher
- die Sing-, beziehungsweise Notenpulte, die eigentlichen neben den
22