MAK

Full text: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 4)

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Bguralen Symbolik, welchen die antike Welt im Tempelbau zu so großer 
Vollkommenheit entwickelt hatte. 
Wie schon das späte Mittelalter die Verwendung des Maßwerks, der 
Fialen, Strebebogen und Zinnen zu äußerlichen Schmuckbedürfnissen höl- 
zerner Geräte kennt, so konnte sich die spätere Rennaisancezeit in einem 
ähnlichen Mißverstehen der Säulenordnungen bedienen. Das Bettgestell gab 
wiederholt Veranlassung zu den reichsten Aufbauten, die horizontalen und 
vertikalen Linien verschwanden oft ganz in verzierten Stützen und kuppel- 
Architektonisch gegliederte Bennische, Empire, aus einem Schlcsse bei Stockholm 
förmigen Überdachungen. Die Wand wurde durch Portale mit Giebeln, 
Nischen und Risaliten auf das kräftigste bewegt. So glänzend diese Arbeiten 
in der Regel als formale und handwerkliche Leistungen bestehen, so wenig 
können sie heute noch unmittelbar anregend oder vorbildlich wirken. 
Auch die Erneuerung derRennaisanceschwärmerei, der glänzendeTraum 
der Makart-Zeit im verüossenenjahrhundert übte auf viele einen verlockenden 
Reiz und manche nachteilige Wirkung dieses malerischen Interrnezzos trat 
lange Zeit und tritt gelegentlich heute noch einer natürlichen Entwicklung 
moderner Innenkunst in den Weg. 
Die natürliche Folge war ja der charakteristische Umstand, daß sich 
manche Künstler des XIX. Jahrhunderts lange Zeit nur in der malerischen
	        

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