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aus älterer Zeit bilden diese
drei Stücke eine willkommene
Ergänzung.
Unter den zahlreichen
und ethnologisch bedeutungsvollen
Erwerbungen
der ETHNOGRAPHISCHEN
SAMMLUNG des NATUR-HISTORISCHEN
HOF-MUSEUMS
im Jahre 1906
wären vom künstlerischen
und kunsttechnischen Gesichtspunkt
die Sammlungen
aus dem malayischen Archipel,
von Ostgrönland und
vor allem die lamaistischmongolische
Kollektion aus
Urga des Reisenden Hans
Leder zu nennen. Dank den
durch die Reisen des Direktors
der ethnographischen
Abteilung am Naturhisto- Lamaistisches Kultgerät, Stupa (Hofrnuseum in Wien)
rischen Hofmuseum Regierungsrates
Franz Heger in ]ava und den Sundainseln gewonnenen Beziehungen sind noch
Ende 1905 von verschiedenen Punkten des malayischen Archipels unter anderem eine
Reihe wertvoller und künstlerisch bedeutsamer Textilien eingelaufen, unter welchen eine
erlesene Sammlung der „slimoet" genannten Tücher von Roti, Savoe, jumba und Timor
hervorzuheben ist.
Eine Kollektion von javanischen Holzlarven für das populäre javanische Schauspiel,
in welchem stehende Typen zur Darstellung der alten, aus den indischen Epenstoffen übernommenen
l-leldensagen der Kavi-Dichtung auffallen, verdient ebenfalls Erwähnung.
Ebenso eine kleine Sammlung schöner und reicher Waffen, Lanzen und Krisse aus Süd-Celebes,
die das Museum neben anderem Material von Lombok, Bali und Sumbawa Herrn
E. Hulster in Medan, Sumatra, verdankt.
Von West- und Ostgrönland hat die Expedition der Herren Dr. Rudolf Trebitsch
und Dr. Robert Stiaßny eine bei dem gegenwärtigen völligen Niedergang der eigenartigen
Eskimokultur doppelt willkommene und bedeutsame Sammlung eingebracht.
Bekannt ist die sowohl in bildnerischer wie zeichnerischer Beziehung hervorragende
künstlerische Begabung der Eskimo, die alle charakteristischen Züge der echten Jägerkunst
aufweist. Die reiche Omamentierung in Bein und Holz, welche die Gebrauchsgegenstände
der Ostgrönländer zeigen, sowie die in den Weiberarbeiten, Gürteln,
Täschchen, verschiedenem Schmuckzeug sich äußernde reiche textile Musterung sind
ebenso viele Bestätigungen für die bekannten künstlerischen Neigungen der polaren Jäger-Stämme.
Wirkliche Kunstleistungen im engeren Sinne des Wones liegen in der großen
lamaistisch-mongolischen Sammlung von Götterbildern, Tempelfahnen, Miniaturen, Kultgeräten
und so weiter vor, die der österreichische Tibetreisende Hans Leder aus der westlichen
Mongolei, zumeist aus Urga, dem mongolischen Rom, in die Heimat gebracht hat.
Lamaistische Sammlungen, welche das äußerst komplizierte nordbuddhistische Dogmensystem
und die verwickelte, mehrfach geschichtete Ikonographie das Lamaismus in Tibet
nebst seinen mongolischen und chinesischen Ausstrahlungen zu illustrieren bestimmt sind,
verdienen heute auch in kunsthistorischer Beziehung Beachtung. Es liegen in diesen
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