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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 5)

 
Vorderansicht des Würzburger Schlosses, nach einer Photographie von K. Gundermann in Würzburg 
immer mehr geltend machte. Durch die Weiterentwicklung des Künstlers 
erklärt sich jedenfalls der nicht unbedeutende Unterschied in der Formen- 
sprache des unteren und des oberen Belvederes; er ließ bei Ilg sogar Zweifel 
aufkommen, ob der untere Bau überhaupt von I-Iildebrandt herrühre. Es ist 
daran aber jedenfalls nicht zu zweifeln; auch stimmt die Formensprache des 
unteren Belvederes durchaus mit dem sicher von Hildebrandt herrührenden 
Palais Daun (jetzt Kinsky); man vergleiche zum Beispiele nur die Bildung 
der Simse im Stiegenhause dieses Palastes mit der am unteren Belvedere. 
Doch soll an dieser Stelle zunächst weniger von der stilistischen Ent- 
wicklung die Rede sein; es soll hier zuerst eine Aufzählung der wichtigsten 
und sichersten Werke Hildebrandts unternommen werden. Es ist dabei aber 
durchaus keine Vollständigkeit beabsichtigt; sondern es soll nur Material 
gewonnen werden, um daraus eben ein Bild seiner stilistischen Entwicklung 
gewinnen zu können. 
Auf das Schloß und den Park Schloßhof soll darum nur kurz hin- 
gewiesen werden. Das Schloß, das der Prinz von einem Freiherrn von 
Gienger erworben hatte, blieb in der Hauptsache wohl in altem Zustande; 
auf Hildebrandt geht aber die Anlage des großen Terrassengartens und der 
prachtvollen Gitter zurück, die in den letzten Jahren allerdings zum Teile 
ins Belvedere übersetzt wurden?" 
i" Bemerkenswert ist ein Brief Hildebrandts an den Vizekönig von Neapel, Grafen Harraeh, vom 
22. juli 1730. Er berichtet über den ihm so außerordentlich gelungenen Glashausbau im gräflichen Garten zu 
Wien (in der Ungargasse) und über den Wunsch des Prinzen Engen, seine eigenen Glashäuser nach diesen 
Vorbildern umbauen zu lassen. „ll Sig" PrcPß Eugenio visto i dissegni mi ha ordinato a Niederweida, et 
Hof! far 1' istesso, et in ambii siti ui ho adesso x80 muratori e 200 tagewerker appresso i muratori, e ui fabrico 
delle gran cose ä rnerauiglia di chi le uede, e pongo tuno in modo di iortificazione per esser sicuri d' un nemico, 
uicino in caso di necessitä . . .".
	        
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