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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 6 und 7)

387

einer geordneten und vorgeschriebenen Punzierung stammen. Eine sehr

beachtenswerte Nürnberger Arbeit ist der hier abgebildete gebuckelte vergoldete

 Doppelpokal mit dem Leipziger Stadtwappen, aber mit Nürnberger

Beschauzeichen, ein Besitztum des Leipziger Rates.

Wichtig für die Geschichte der österreichischen Goldschmiedekunst sind

zwei teilvergoldete Haüfebecher, deren Rand mit Frührenaissanceranken

graviert ist, und die der Mitte des XVI. Jahrhunderts angehören. Sie tragen

das Salzburger Beschauzeichen, aber kein Meisterzeichen. Es sind mir noch

einige andere Salzburger Haüfebecher von ähnlicher Form, teilweise prächtig

ernailliert, bekannt, die eine hohe Blüte der Salzburger Goldschmiedekunst

in der Renaissancezeit bezeugen. Eine demnächst erscheinende Publikation

dieser Arbeiten wird das gesamte mir bekannte Material in Abbildung und

Beschreibung vorlegen.

Der große wissenschaftliche Gewinn, den die Leipziger Ausstellung gebracht

 hat, läßt hoffen und recht sehr wünschen, daß man in Bälde für andere

Städte dieselbe Arbeit unternimmt, in erster Reihe für Dresden und dann auch

für andere sächsische Städte wie Bautzen, Halle und andere, eine Aufgabe,

der sich am besten das Dresdener Kunstgewerbernuseum unterziehen könnte.



PETERSBURGER PORZELLAN 50' VON

J. FOLNESICS-WIEN 50'

IE Verwaltung der Petersburger Porzellanfabrik hat

kürzlich ein reich ausgestattetes Werk über die

Geschichte dieser Manufaktur herausgegeben. Bei

der geringen Kenntnis, die wir bisher über diesen

Gegenstand hatten, scheint es uns am Platze,

uns mehr mit dem Inhalt dieses grundlegenden

Werkes zu befassen als mit dessen kritischer Beurteilung,

 und zwar nicht allein deshalb, weil es

schwierig ist, über ein Werk, dessen Entstehungsbedingungen

 uns unbekannt sind, ein gerechtes

Urteil zu fällen, sondern auch weil die Arbeit trotz

augenfälliger Mängel so viel Neues bietet, daß sie unter allen Umständen als

eine höchst dankenswerte bezeichnet werden muß.

An der Abfassung des Werkes, das bereits im Jahre Igoo in Angriff

genommen wurde, ist eine Reihe von Mitarbeitern beteiligt, die vorwiegend

dem Beamtenkreis der Fabrik selbst angehören. Dasselbe ist in russischer

Sprache abgefaßt und präsentiert sich mit seinen nahezu 500 Illustrationen

und zwölf Heliogravüren nebst Markentafel als stattlicher Folioband. Am

Schluß belindet sich ein ausführlicher Auszug des Textes in französischer

Sprache. Die ersten Anfänge der Fabrik stehen mit dem auch als Mitbegründer

der Wiener Fabrik bekannten Christoph Konrad Hunger in Verbindung und
            
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