3. Das gleiche galt von der einfarbig taubengrauen
Ware, die ebenfalls noch bei Schleiß
erzeugt wird. Aus einem alten Glasurbuch lautet
das Rezept auf I0 17' Bleiasche, 5 ü" Kieß, 3 E
Salz und I 17 Schmaldte, was wir jedoch nur als
einen Versuch ansehen dürfen, da der beigesetzte
Vermerk des Hafners „wird nicht schön"
eine längere Anwendung dieses Rezepts ausschließt.
Das Geschirr hieß auch einige Zeit das
„perlgraueß als man die blaue Glasur mehr ins
Graue zu stimmen suchte.
4. Mit der bunten Malerei auf weißem
Grunde brachten die Hafner in Gmunden ihre
Arbeiten auf eine Stufe, welche die Grenze des
Gewöhnlichen überschreiten konnte und den
Versuch darstellt, sich kunstvoller Keramik zu
nähern. Daß diese eigentlich nie vollkommen
erreicht werden konnte, hat weniger seine
Gründe im Unvermögen
der Arbeits-A
kräfte, als vielmehr
Großerl-IumpenmitBauernbrustbildern . .
auf gegittertem Grund. Urn 1780 In den bescheidenen
Ansprüchen der
großen Masse der Abnehmer, der ländlichen Bevölkerung
des Kammerguts. Wohl ragen einzelne
Arbeiten, besonders aus älterer Zeit, dann wieder
mit großer zeitlicher Pause, solche aus der Stilperiode
des Rokoko durch ihre Zeichnung und den
geschmackvollen Farbenauftrag hervor; der Rest
behielt jedoch mehr handwerksmäßigen Charakter.
Von jenen Arbeiten, bei denen das Augenmerk
auf eine schöne weiße, gleichmäßig deckende
Glasur gelegt wurde, haben wir bereits mehrere
kennen gelernt. Sie fallen in die Zeit von 1650 bis
1750. Die Bemalung beschränkt sich auf einzelne
Blumenranken, stilisierte Blüten in der ersten Zeit;
später werden Embleme der Handwerker, einzelne
Figuren, Städteveduten, ja sogar ganze Szenen
hinzugefügt. Dies alles jedoch noch immer mit
möglichster Schonung der weißen Fläche, welche
vorwiegen sollte und daher nur eine skizzenhafte
Behandlung der Figuren mit teilweisem Farben- Humpen mit der Ansicht des Traunauftrag
oder die Darstellung in sehr kleinem Maß- St" m" dm Zmlbmmhiuse und
_ _ _ __ _ _ darauf bezugnehmendem Ve s. B -
stab gestattete. Beispiele hiefur sind die runde „icjumvg, r e