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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 8 und 9)

blickt mit tierischer Angst in das Wasser.

Keine einzige Ansicht gibt hier ein völlig

klares Bild der räumlichen Anordnung, nur

alle zusammen. Nicht plastische Auffassung

ist also für diesen jungen Künstler das Erste,

nicht gefällige Formenschönheit, sondern

der Irnpetus seiner Arbeit. Darin ist er ein

Moderner durch und durch. Die Italiener,

Bistolii voran, wagen sich gern an ähnliche

Motive. - Von ähnlicher Wucht ist das

unheimliche „Strandgut", ein Bronzerelief,

für das die Akademie der bildenden Künste

Jakitsch den Rompreis verlieh und das auf

der Pariser Weltausstellung mit einem

Ehrendiplom ausgezeichnet wurde. Auch

hier ist nichts von Hildebrandscher Reliefauffassung

 zu finden, vielmehr ein fast zu

starkes Drängen nach Naturalismus, nach

packendem Festhalten der dargestellten

Figuren in der wirklichen Welt. Schon die

Relieftafel selbst „brandet" aus den stürmischen,

 vollplastischen Wogen des Sockels

empor. Die Komposition ist eigenartig unter

starker Betonung der Diagonale: Links im

Vordergrund erhebt sich aus den Wellen

eine Klippe, an der zwei männliche Figuren

damit beschäftigt sind, den Leichnam eines

von der Flut angeschwemmten Weibes zu

berauben, während ein dritter Mann am

Gipfel der Klippe sitzt und mit Anstrengung

vorgebeugt auf das weite, tosende Meer

hinaussieht, auf dem in verschwimmender

Ferne das Wrack treibt. Dieses angestrengte

 Schauen in die Weite hat Jakitsch

schon früher ( 18g 5) in der lebensgroßen

Gruppe „Ecc0 1a!" interessiert. Zwei Lazza-Richard

 jakitsch, Nydia

roni knien dort am Strande des Meeres und der eine. zeigt dem andern mit

weitausgestreckter Hand einen Gegenstand, der kaum mehr zu erschauen ist.

Das Meer ist nicht dargestellt und der Beschauer soll alles nur dem Ausdruck

der beiden angespannten Gesichter entnehmen. Ähnlich gespannt sieht auch

der eine der Strandräuber ins Leere hinaus. Das Seltsame dieser modernplastischen

 Komposition besteht darin, daß die auf dem Felsen stehenden oder

hockenden Gestalten ganz von der Brandung und dem Gischt des endlos den

Hintergrund füllenden Meeres umschlossen sind. Zieht man von der linken
            
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