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Full text: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 10)

Das: 
in der roten Borte, von 
der sich nur ein kleines 
Bruchstück erhalten hat, 
fortgeschritten ist. Sie 
schließt sich der Schrift- 
borte an der Schmalseite 
des ersten Teppichs an 
und besteht wiederum 
aus einzelnen getrenn- 
ten Teilen, bei denen 
jedoch die zwei mitt- 
leren emporragenden 
Buchstaben in eins zu- 
sammengezogen sind. 
Das Innenfeld zeigt, 
einem Fliesenmuster 
vergleichbar, symme- 
trisch verteilte rote 
Achtecke auf weißem 
Jan: 0000000000000000 . Gnmda von beson- 
derem Interesse ist die 
Abb. g. Farbiger Seidenstoff im Lambertusschrein zu Lüttich, Vorderasien, . 
vm. bis x. Jahrhundert (nach j. Lessing, Gewebesammlung) dunkelrote Innenzelch" 
nung dieser Achtecke; 
sie besteht aus vier von außen emporsteigendenlilienartigen Gebilden, die sich 
bei näherer Betrachtung als zwei nebeneinander gestellte Buchstaben erweisen, 
wie wir sie in der Längsborte des ersten Teppichs kennen gelernt haben. Es 
wiederholt sich das Giebeldach mit den zwei nach innen gekrümmten Haken. 
Das Muster des dritten Teppichfragments (Abb. 8) können wir wiederum 
auf die gleichen Dekorationselemente zurückführen. Umrahmt von zwei 
schmalen schwarzgelben Borten mit undeutlicher Zeichnung setzt sich der 
Innenstreifen in der Randborte des Teppichs aus aneinander gereihten hell- 
roten Quadraten auf dunkelrotem Grund zusammen. Diese Quadrate zeigen 
nun ihrerseits ein quadratisches Schild in der Mitte, von dem aus an jeder 
Seite zwei iiügelartige Gebilde emporsteigen, die nichts anderes sind wie 
jene bekannten dachähnlichen Buchstabenköpfe. Hier kommt die Formgebung 
derjenigen am nächsten, die wir in der Abbildung 7 in den Borten des zweiten 
Teppichs kennen gelernt haben. Das blaue Muster des Innenfelds zeigt auf 
schwarzem Grund achteckige rote Sterne, die durch Doppelbänder mit- 
einander verbunden sind. Diese Verbindungsstege sind symmetrisch mit 
kleinen Zierformen besetzt, die sich wiederum als Buchstabenformen er- 
kennen lassen, wie wir sie nunmehr zur Genüge kennen gelernt haben. 
Diese drei kleinasiatischen Teppiche sind deshalb von der größten 
Wichtigkeit, weil sie das geometrische Muster in Verbindung mit Buch- 
staben und ihnen entlehnten Formen als den einzigen Dekorationsmotiven 

	        
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