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MAK

Full text : Monatszeitschrift X (1907 / Heft 10)

unserer Ansicht

nach wiederum

maßgebend gewesen

 für die

Musterung einer

Gruppe vonTeppichen,

 die besonders

 häufig

von Vorderasien

nach Europa ausgeführt

 worden

sind und sich

noch in großer

Menge, vor allem

in Italien, erhalten

 haben. Bode hat nachgewiesen, daß sie am frühesten auf Bildern der

venezianischen Schule des beginnenden XVI. Jahrhunderts, spätestens am

Ende des folgenden Jahrhunderts in der holländischen Malerei vorkommen.

In den früheren Exemplaren dieser Teppichgattung ist in dem beim ersten

Blick regellosen Flechtwerk, das sich gelb von rotem Grund abhebt (Abb. x4),

doch noch das geometrische, kleinasiatische Grundschema, das aus Achtecken

und vierarmigen Kreuzen besteht, genau zu erkennen; aber die Grundformen

sind durchbrochen und aufgelöst in Bänder und arabeskenartige Formen,

deren Zusammenhang mit stilisierten Buchstabenformen, wie wir sie oben

(vergleiche Abb. 8) kennen gelernt haben, unverkennbar ist. Anfänglich zeigen

diese Teppiche in der Borte noch Bandwerk, das aus kufischen Schriftzeichen

entstanden ist, bis dieses im Laufe der Zeit fremden, aus Persien importierten,

vegetabilischen Motiven, auch dem Wolkenband Platz machen muß.

Im Rahmen dieser Studie ist es nicht möglich, an weiteren Beispielen

den Zusammenhang der späteren kleinasiatischen Teppiche mit ihren mittelalterlichen

 Vorläufern nachzuweisen. Es mag zum Schluß noch ein aus der

Bodeschen Sammlung stammender Teppich des Kaiser Friedrich-Museums

herangezogen werden (Abb. 13). Die Borte, die hier die geometrischen Gebilde

 des Mittelfeldes umgibt, ist nichts anderes als eine ornamental aufgelöste

 Schriftborte. Die ältere und ursprünglichere Gestaltung dieser aus

kufischen Buchstaben zusammengesetzten Borte konnten wir in den Randverzierungen

 der mittelalterlichen Teppiche Kleinasiens sehen (Abb. 5

und 7).

Bis in die moderne Zeit hinein hat sich das geometrische kleinasiatische

Muster in den anatolischen Knüpfteppichen erhalten, besonders in denen, die

in der alten Landschaft Pergamon gefertigt werden und unter dem Namen

„Bergama" in den Handel kommen; diese modernen Erzeugnisse können

ihren Ursprung von jenen früheren strengeren Teppichen, wie wir sie zum

Beispiel auf den Bildern von Memling und Holbein sehen, nicht verleugnen.

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Abb. 12. Kleinasiatischer Teppich auf einem Gemälde des RaEaellinn del Garbo

(x466 bis 1524), die thronende Madonna darstellend, Berlin, Kaiser Friedrich-Museum
            
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