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Full text: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 11)

in der Ornamentik, um 1700 
entstanden, ist das dritte Exem- 
plar, das in der Mitte der durch 
die drei Lehnenbretter ge- 
bildeten Durchbrechung 
noch eine reich gedrech- 
selte Säule aufweist, ein 
an derlei Stühlen nicht 
seltenes Vorkommen. - 
Diese Art bot im Gegensatz 
zu den geschweiften Lehnen 
aus einem Stück leicht die 
technische Möglichkeit zur 
Anfügung von Seitenlehnen. 
Solcher Lehnstühle besitzt 
Figdor zwei elegante Exem- 
plare, beide aus der Nord- 
schweiz. Die Sitzbretter sind 
naturgemäß etwas breiter ge- 
staltet. An den Vorderecken 
sind zwei gedrechselte Säulen 
eingezapft, welche die flachen 
senkrecht auf die hintere Lehne 
befestigten Armstützen tragen. 
Der eine reichere, in der Ver- 
zierungsart derbere, trägt Ent- 
stehungsjahr (1716), Wappen 
und Namen des Besitzers An- 
toni Ezweiler (Abb. 136), der 
andere etwas einfacher und 
Abb. x43. Floreminer Rallfllölägnäwllfelilfl 156a. Höhe 0,94, Breite feiner, mit zügiger Schnitzerei, 
' dürfte zeitlich von ersterem 
nicht weit entfernt sein (Abb. 137). - Zum Schluß der Stühle, weil die Mehr- 
zahl dem zuletzt besprochenen Stuhltyp angehört, mögen noch den Dreh- 
stühlen einige Worte gewidmet sein. Die Drehstühle tauchen zuerst im 
XV. Jahrhundert auf. Für Studien- und Geschäftszwecke mögen ihre Vorteile 
schon damals wie heute erkannt worden sein, denn die Zahl der erhaltenen 
frühen Exemplare, bei der großen Seltenheit von Sesseln früher Zeit über- 
haupt, spricht für ihre starke Verbreitung. Ihre Konstruktion ist anfänglich 
immer so angeordnet, daß die Sitzplatte mit einem Zapfen drehbar in die 
starke Fußsäule eingelassen ist, die ihrerseits auf einem kräftigen Fußgestell 
befestigt ist. Diesem Schema folgt auch der älteste Drehstuhl der Figdorschen 
Sammlung, obgleich er vielleicht nicht vor 1600 angefertigt wurde. Charakte- 
ristisch und durch die Verwendung bedingt, ist die gewöhnlich halbkreis- 

	        
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