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seligsten Jungfrau. Hier ist somit das Einhorn lediglich als Symbol Christi
aufgefaßt, als Emblem des Heilands im Sinne der alten Kirchenväter und
die Einhornjagd mit Hilfe einer Jungfrau wird hier noch nicht zur Allegorie
der Menschwerdung. Der Versuch, das große Mysterium in solcher Weise
verständlicher zu machen, ist jedoch in dieser Darstellung unverkennbar,
und wie dieser Versuch später zum vollen Ausdruck der Verkündigung und
der Menschwerdung wurde, zum kühnen Bilde des tiefsten aller Geheimnisse,
des Vorgangs des göttlichen Ratschlusses selbst, konnten wir bereits
aus mehreren Darstellungen
ersehen.
Ein weiteres Beispiel
in der Kunst der Kleriker
ist die Einhornjagd in
einem handschriftlichen
Brevier des Dominikanerklosters
zu Kolmar. Der
Engel ist mit Albe, Humerale,
Stola und Pluviale
bekleidet. Besonders schön
sind in dieser Miniatur die
Hunde gezeichnet. Der
Fanghund heißt „Justitia",
der I-Ietzhund „Caritas",
der Spürhund „spes" und
der Leithund „Fides", von
dem es heißt: „das leithindlein
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dem oemauae in der Bibliothek zu Weimar Sehen Jagd des Einhoms
Umgang genommen, gewisse
Beziehungen des Tieres zur seligsten Jungfrau jedoch auch weiters
zugegeben. Dies drückt sich deutlich auf einer Blattseite des im Museum
Francisco Carolinum befindlichen Mondseer Antiphonariums aus. Die Initiale
R zeigt uns als Miniatur die Szene der Verkündigung ohne Einhorn; das Tier
ist aber im Ausläufer des Rankenwerks ruhend dargestellt. Etwas höher
darüber im Blattrand sitzt ein Greif, der gleichfalls, und zwar in einer mittelgriechischen
Bearbeitung des Physiologus (überliefert in zwei Pariser Handschriften
des XIV. und XV. Jahrhunderts) mit der Jungfrau Maria in Verbindung
gebracht wird. Das besprochene Antiphonarium wurde 1460 vom
Benediktiner Erhardus Cholb unter dem Mondseer Abt Eck von Piburg
vollendet.