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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 2)

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Zunahme der dienstuntauglichen Mannschaften darauf, greifbare Gründe für 
diese keineswegs vorübergehende, sondern in steter Steigerung begriffene Er- 
scheinung": zu ermitteln. Sie liegen auf der Hand, zumal nachdem für eine 
große Zahl von Städten Wohnungsenqueten veranstaltet worden sind, deren 
Resultate nichts weniger als erfreuliche Bilder entwickeln. Sie schrauben viel- 
mehr die vielfach unter vollster Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse 
gebrauchten Redensarten von „blühenden Gemeinwesen", vom „Aufschwung 
der Städte", von der „gesunden Entwicklung städtischer Kultur" um ein 
Wesentliches im Werte zurück. Höre man darüber genaue Kenner der Ver- 
 
Abb. z. Port Sunlight. Ein Arbeiterhnus-Garten in Blüte 
hältnisse, nicht schönfärbende Redner, sondern I-Iygieniker, Statistiker, Ärzte, 
nicht nach dem toten Buchstaben urteilende Richter und so weiter sprechen, 
die ihre Wahrnehmungen am Ursprungsort und als klarsehende Menschen 
machen, ohne schützende Glacehandschuhe, ohne parfümierte Taschen- 
tücher, sondern als solche, die das Leben erkannt haben! Die „Devitalisation" 
als Folge der „Urbanisation" beleuchtete der Präsident des Local Gover- 
nement Board, John Bums, bei seiner Eröffnungsrede zumVIII. internationalen 
I-Iousing Congress in London in vorzüglicher Weise. Was sollen schließlich 
" Ende des XVIllJahrhunderts hatte England eine Städtebevölkerung von 25 Prozent, 75 Prozent be- 
wohnten das Land. Heute beträgt die ländliche Bevölkerung keine ganzen 25 Prozent der Gesamtbevölkerung 
mehr. Deutschland wies x87o 95 Prozent Landbevölkerung auf. Das rapide Wachstum der Städte bewirkte indes 
bis tgoo bereits eine Herabminderung der Landhevölkerung auf 8x Prozent. 
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