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MAK

Full text : Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 3)

der Kenntnisse auf dem Gebiet der Prähistorie, der altorientalischen Kunst, des klassischen

und frühchristlichen Altertums zusammenzufassen. Spezialstudien auf verschiedenen einschlägigen

 Gebieten, wie der altchristlich-koptischen Kunst etc., befähigten Forrer wohl

dazu, ein wertvolles, gut und rasch orientierendes Werk wie das vorliegende zu

schreiben. Nicht bloß der kultivierte Mensch von guter allgemeiner Bildung wird reiche

Belehrung finden, auch der Fachmann, besonders der Praktiker, der Museumsbeamte,

Sammler, der Konservator und Korrespondent der Zentralkommission wird sich in zahllosen

 Fällen, wo es auf rasche Information, Literaturnachweise und so weiter ankommt, in

Forrers Buch nicht enttäuscht finden. Ein Praktiker hat ja dieses Buch, das ihm aus seinen

Notizen auf Grund konkreter Fälle erwachsen ist, geschrieben.

Die gewiß schwierige lexikographische Anordnung des Buches ist geschickt gelöst

und gewährt einen leichten Überblick. Die vielen Verweise auf Verwandtes, die leicht und

vernünftig gewählten Schlagwörter bei diesen Verweisen bilden einen weiteren Vorzug

des Buches, das auch, wie Stichproben ergaben, bis auf die allerneueste Literatur und

Fundchronik sich erstreckt und, um nur ein Beispiel zu geben, auch die jetzt im Züricher

Landesmuseum aufbewahrte, vor kurzem gefundene goldene Schale der Hallstattzeit

bereits in einer guten Reproduktion bringt. Dr. E. W. Braun

ITTEILUNGEN DER ZENTRALVEREINIGUNG DER ARCHI-TEKTEN

 D_ER IM REICI-ISRATE VERTRETENEN KONIG-REICHE

 UND LÄNDER. Im Laufe des Jahres 1907 haben sich die österreichischen

 Architekten, welche bisher in verschiedenen künstlerischen und technischen

Vereinigungen abgesonderte Klubs oder Gruppen bildeten, zu einer Zentralvereinigung

verbunden, welche alle im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder umfaßt. Es

sind sowohl künstlerische Ziele als wirtschaftliche Interessen des Standes, welche durch

einen solchen Zusammenschluß der Kräfte eine wirksame Vertretung erfahren werden.

Die Abwehr unberufener Elemente, die sich des Bauwesens zu seinem Nachteil bemächtigten,

 die Einilußnahxne auf alle wichtigen Angelegenheiten von ößentlichen Bauten, insoweit

 sie in das Gebiet der Architektur gehören, die Organisierung des Standes unabhängig

von temporären Bewegungen und persönlichen Geschmacksrichtungen sind die wichtigsten

Aufgaben der Vereinigung; eine Reihe anderer bisher vernachläßigter Fragen schließen

sich diesen an und sollen durch eingehendes Studium und wirksame Schritte einer gedeihlichen

 Lösung entgegengeführt werden. Eine solche Gelegenheit wirtschaülicher Natur

ist die Gründung von Architektenkammem. Eine Frage, in der die Vereinigung soeben öffentliche

 Schritte unternimmt, ist die Schaffung von Ministerien für bildende Kunst, respektive

die Konzentration der Leitung des staatlichen Hochbauwesens und die Betonung von

künstlerischen Gesichtspunkten innerhalb der jetzigen Organisation der Staatsverwaltung,

welche den Architekten derzeit nicht jenen Wirkungskreis einräumt, welchen diese für

notwendig halten. Über die Ziele der Zentralvereinigung sowie über die Verhandlungen und

Schritte, welche diese einleitet, geben ihre „Mitteilungen" Auskunft, welche monatlich

seit Januar 1908 im Verlag von Lehmann und Wentzel in Wien erscheinen. Aus den

Blättern, die bisher erschienen sind, läßt sich erkennen, wie bedeutungsvoll das Begonnene

ist und wie sehr es verdient, von Erfolg gekrönt zu werden.

EISSENER PÜRZELLAN "'. Die neuerliche Darstellung der Geschichte der

Meißener Porzellanmanufaktur von W. Doenges verfolgt die Absicht, dem Publikum

auf Grund der bereits vorhandenen Literatur und der bisher bekannt gewordenen Meißener

Porzellane, in erster Linie aber mit Zugrundelegung des großen Berlingschen Werkes ein

handliches und wohlfeiles Buch darzubieten. Die entwicklungsgeschichtliche Seite des

Meißener Porzellans als diejenige, die den Sammler und Liebhaber vor allem interessiert,

' Willi Doenges, Meißener Porzellan, seine Geschichte und künstlerische Entwicklung. Mit a3 Tafeln,

darunter 4 farbigen, 24g Abbildungen im Text etc. Berlin, Marquardt ü Co.
            
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