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MAK

Full text : Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 5)

nlv

 garten des Bürgers die einfachen Grundzüge des

geometrischen Gartens noch in einer Zeit bewahrt,

wo der Park schon lange dem Landschaftsgärtner

ausgeliefert war. Der intime Reiz der Biedermeier-Gärten

 mit den geraden Wegen, den Lusthäuschen

 als Points de vue, den Laubengängen

und Fliederhecken, den mit Bux eingefaßten

Rasenflächen und den regelmäßig verteilten Büschen,

 blieb bis in die Mitte des XIX. Jahrhunderts

unberührt.

Ja, es gibt heute noch in kleinen Städtchen,

in Vororten von großen Städten bürgerliche

Gärten, die im Sinne jener älteren Zeit weiter

gepflegt werden. Dagegen hat das fälschlich so

genannte „englische" Prinzip des Landschaftsgartens

 in allen städtischen Anlagen des XIX. Jahrhunderts,

 in den sogenannten Cottagegärten bei

den städtischen Familienhäusern und in ländlichen

Bezirken ganz schreckliche Folgen gezeitigt.

Leider hat die

Gartenliteratur

aus dem Be-Deckelvase

 mitdurchbrochenenGit- ginn des 

'"M::,;:;.:;::r.,r:.:::::,2::: Jan-hundert-Rezepte

 gegeben

 und Formeln aufgestellt, die gedankenlos

 weiterhin angewendet wurden.

Der Architekt hat sich gänzlich zurückgezogen

 und hat den Garten dem künstlerisch

 vollständig unvorbereiteten Gärtner

 überlassen. _

Seine Schlangenlinien in den Wegen

und Beeten, seine willkürlichen Bodenbewegungen

 und Imitiationen großer natürlicher

 Vorgänge im kleinsten Format

haben nicht nur jedes Verständnis für

einen Zusammenhang zwischen Haus und

Garten vernichtet, sie haben auch das

Gefühl für die Schönheit einfacher und

sachlich wie künstlerisch richtiger Gartenbildung

 zerstört.

Wie tief gesunken die gärtnerische

Gestaltungsfähigkeit ist, lehrt ein Spazier-





__ _ __ _ Buntbernalze durchbrochen: Laterne (Aus dem

gang durch offentliche Stadtgarten, die "wmm Pmmanwmv.)
            
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