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MAK

Full text : Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

und es ist unmöglich, den Ursprung festzustellen, aber wenn andere Sitten

und Techniken gewisse Beziehungen aufweisen, so kann man auch einen

geistigen Austausch vermuten. Die Sagen von Perseus und Andromeda und

von den einäugigen Zyklopen des I-Iephaistos finden Anklänge in den ältesten

japanischen Niederschriften.

Besonders auffallend ist, daß die für Japan charakteristische Versform

des Fünfzeilers mit seinen 31 Silben genau der Silbenanzahl des griechischen

Dystichons entspricht. Susanow, der Bruder der Sonnengöttin, soll bereits

den ersten Vers gedichtet haben. Wir können daher annehmen, daß diese

Verskunst zu den ältesten Traditionen der eingewanderten Japaner gehört.

V. JAPANISCI-IE EISENZEIT. - CHINESISCI-I-JAPANISCHER

MISCI-ISTIL

Nach der Berührung mit der koreanischen Kultur kamen jene gewaltigen

Grabhügel und kunstvollen Steinkarnrnern auf, in deren Innerem Steinsarkophage

 für die Leichen der Herrscher aus gewaltigen Steinblöcken standen

(Abb. 21). In den Annalen „Nihongi" aus dem Jahre 720 wird ein Erlaß des

Kaisers Kotoku von 646 nach Christi erwähnt, der die Abschaffung der kostspieligen

 Kaisergräber verlangt. Es wird ausdrücklich auf die Schrift eines

chinesischen Kaisers hingewiesen, in der verboten wurde, daß „Perlen und

Edelsteine den Toten in den Mund gesteckt" werden. Diese merkwürdige

Sitte wird erst verständlich, wenn wir hören, daß _ nach Hirth - in China

schon in sehr früher Zeit Jadestücke dem Toten als Verkörperung des Yang,

der lichten, männlichen, lebengebenden Kraft, zur Wiederbelebung der Toten

auf den Mund gelegt und in der I-Ian-Zeit - nach de Groot - Perlen in ähnlicher

 Ideenverbindung verwendet wurden. Unter dem Einfluß des Buddhismus

 hörte der Luxus der kostbaren Grabbauten zuerst in China und seit

obigem Kaisererlaß (646 nach Christi) auch in Japan auf.

Zu gleicher Zeit wurde das Bronzeschwert durch das eiserne vertauscht,

das ausschließlich in den Dolmen gefunden ist. Mit dem veränderten Material

ist auch die Form umgestaltet (Abb. 22). Das ursprünglich zweischneidige,

gerade mykenisch-chinesische Schwert ist halbiert und zum einschneidigen

Hiebschwert gestaltet. In China kommen beide Formen vor, während in

Japan das gerade zweischneidige Eisenschwert nur als Tempelszepter verwendet

 wird.

Nicht mehr greift der Griff lappenförmig über die Klinge, sondern letztere

hat eine Zunge, die in einem Holzgriff durch einen Querstift festgehalten wird.

Aus dem kurzen Stichschwert ist ein langes Hiebschwert geworden und zum

Schutz der Faust ein Stichblatt angebracht. Um das Gewicht zu erleichtern,

sind Durchbrechungen in linearer Ornamentik vorhanden.

Die geschärften eisernen Klingen verlangten einen größeren Schutz und

so wurden Scheiden aus Holz mit oft kunstvoll getriebenen und ziselierten

Metallbeschlägen hergestellt. Trotz der reichen Ausführung finden sich auch

hier nur die primitiven Ornamente eingraviert oder herausgetrieben.
            
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