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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

Balkenwerk errichteten Häuser der Halligen, die Rauchhäuser 
des Landes, weisen zwar in den Stuben, zumal in den „Peseln" 
zuweilen eine Prachtentfaltung auf, die weit mehr an die Sitze 
reicher Herren als an das Bauernhaus erinnern. Es werden 
Kostbarkeiten aller Art, sichtlich unter frem- 
dem Einfluß entstanden 
oder überhaupt aus der 
Fremde hergebracht, in 
reichlicher Menge aufge- 
stapelt: Reliefierte, manch- 
mal außerordentlich gutmo- 
dellierte eiserne Ofenplatten 
von beträchtlicher Größe 
(siehe Abb. 3, n, 13, 25), 
holländische Fayencen (Ab- 
bildung 2, 3),reiches im eige- 
nen Lande, vielfach unter 
Mitwirkung fremder Künst- 
ler entstandenes Schnittker- 
werk an Truhen, Schränken 
(Abb. 5x bis 58), Tischen, 
Stühlemwandvertäflungen 
und Decken sowie köstliche 
Schüsseln und Platten (Ab- 
bildung 42 ff). All dies alte- 
riert indes die Bauweise des 
Hauses nicht im entfernte- 
sten. Die in mächtigem 
Eichenholzbalkenwerk auf- 
gerichtete Diele des Osten- 
felder Hofes, Husumer Ge- 
gend (von dem weitsichti- 
gen Leiter des dänischen 
Volksmuseums zu Kopen- Abb. 1a. Kunstgewerbemuseum zu Flensburg. Nordfrisische Mangel- 
hagen, Bernhard Olsen, als hölzeiqnaturfarbig inEichlelxghaägrtnldlzagässämaltaus demXVIILJahr- 
eines der vorzüglichsten 
Beispiele der Art in das Bautenmuseum zu Lingby bei Kopenhagen 
überführt und wieder aufgerichtet), gemahnt in ihrer ungeschlachten 
Derbheit (siehe Abb. 37) an die rohe Monumentalität der englischen Menhirs 
und Stonehenges, an die aus Riesenfindlingen aufgerichteten Grabmäler der 
Heidelandschaft. Über der Tür nennt sich „Hans Petersen X685" als Er- 
bauer. Der Pesel des Hauses (Abb. 38) enthält reiche, überreiche Schnitze- 
reien, die etwa aus der gleichen Zeit stammen mögen, der deutlichste 
Beweis, wie wenig diese Spätrenaissanceformen das Wesen des eigentlichen 
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