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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

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vermuten läßt, da in japan und Südchina nur die Bearbeitung mit der Hacke 
bekannt sei. Irgendwelche Folgerungen hat er nicht aus dieser gelegent- 
lichen Bemerkung gezogen. Immerhin können wir aus der Tatsache des 
Unterschieds im Ackerbau erkennen, daß die heutige japanische und süd- 
chinesische Kultur aus andern Quellen als die nordchinesische entstanden 
sein muß. 
Vor einigen Jahren hat I-Iirth nachgewiesen, daß die Spiegel aus der 
Plan-Dynastie einen griechischen EinHuß aufweisemWeintrauben und Löwen 
sind dargestellt, obgleich sie in China vorher unbekannt waren und Ranken 
 
Abb. 4. Bronzegeflße im vorchdillichen Stil. 1 Henkel mit Köpfen, Gefäß und Deckel mit llilisienem Ochuen- 
kopf. b Henkel mit Köpfen, Gellß mit stilisierter Tieronmmentik auf Mlnndergrund; am oberen Rund Ochsen- 
kopf und Vögel; in der Mitte Vögel mit Blumen im Schnlbel. c Vue mit Henkeln und Tierköpfen; Bnndmuater 
mit Tierköpfen und ausgefüllten: Mlnndermuater; Fuß mit Spiralen- und Dreieckmuner; d Schuppenmuater, 
oben stilisierter Ochsenkopf; (n bis I: llll Seishin Kolxlun, d uns Pokutulu, gedruckt uxg) 
sowie Pferde sind so vortrefflich ausgeführt, daß sie edlen Vorbildern einer 
hohen Kunst nachgeahmt sein müssen. 
In neuester Zeit hat Reichel darauf hingewiesen, daß einzelne Ornamente, 
besonders das für Ostasien charakteristische Wolkenmuster, bereits auf my- 
kenischen Klingen aus dem II. Jahrtausend vor Christi vorkommt. 
Unter der Leitung von Lamprecht hat Hörschelmann die altchinesische 
Omamentik untersucht. Auf Grund der Zeichnungen im Pokutulu glaubt er 
eine Evolutionstheorie für die ältesten Ornamente Chinas aufstellen zu 
können. Seine einzige Quelle ist aber der Pokutulu, welcher, wie schon oben 
erwähnt, keinen Anspruch auf Genauigkeit der Datierung erheben kann.
	        
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