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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 6 und 7)

 
 
 
I: 
Abb. 5. Entwicklung desTerrain- undwolkenrnusters. a Stiere zwischen 
Steinornamenten, Relief auf Goldbecher von Vaphio in Lakonien, 
Museum zu Athen, Mykenä, II. Jahrtausend vor Christi. b Löwen 
zwischen Wolkenornamenten, Edelmetalleinlagen auf Dolchklinge, aus 
dem vierten Burggrabe von Mykenä. c Flockenornament zwischen 
Pflanzen, Wandmalerei aus Highia Triada, bei Phaistos aufKreta. (Aus 
Reiche]. Mernnon I, b, c M Hall, The Oldest (Zivilisation of Greece, a.) 
Die Entwick- 
Vlungsreihe von 
' Hörschelrnannist 
dieselbe wie die 
des Verfassers 
des Pokutulu, 
indem alle ein- 
fachen geometri- 
schenOrnamente 
der ältesten Zeit, 
die reichenBand- 
ornamente der 
mittleren und die 
Tierornamente 
der jüngsten Zeit 
vor Christi zuge- 
schrieben wer- 
den. Diese Ent- 
wicklungstheorie halte ich 
für sehr anfechtbar, da die 
Formen der Bronzegefäße 
schon bei den ältesten 
linearen Ornamenten eine 
so vollendete Technik 
aufweisen und mit so vor- 
züglich modellierten pla- 
stischen Tierköpfen ver- 
ziert sind, daß es nicht 
gut angängig ist, aus dem 
Flachornament allein, un- 
ter Vernachlässigung der 
sonstigen Ausführung, die 
Entstehungszeit feststellen 
zu wollen. Die Formen 
der Gefäße und die Voll- 
plastik setzen eine höhere 
Kultur voraus als die Her- 
stellung der primitiven 
Flachornamentik verlangt. 
Daher nehme ich an, daß Kunstwerke einer fremden hohen Kultur als 
Vorbild gedient haben. Erst infolge der geringen Kunstfertigkeit der dama- 
ligen chinesischen Bevölkerung wurde die Ausführung entsprechend ver- 
schlechtert und dann durch Kopien nach Kopien immer mehr vereinfacht und 
verändert. Es ist auch wohl möglich, daß nebeneinander von verschieden
	        
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