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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

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Wahrheit und der Lüge und drei Deckengemälde im Stiegenhaus; die reiz- 
vollsten, künstlerisch belebtesten die Wanddekorationen im Speisezimmer 
der Villa Berl in Gutenstein: Jagd und insbesondere der Fischzug (Abb. 24); 
dann der Plafond für das Musikzimmer des Hauses Hämmerle in Wien, bei 
welchem der Künstler namentlich in den das Hauptbild umgebenden vier 
Medaillons, die vier Sätze der Sinfonie darstellend, das feine musikalische 
Gefühl, das in ihm als echtem Wiener lebendig war, in sinniger Weise zum 
Ausdruck brachte. Das Haus des Professors A. Ritter v. Frisch in Wien besitzt 
Abb. 22. Armenseelennische am St. Stephansdom in Wien 
einen Zyklus aus dem Leben Pans voll köstlicher Frische der Eründung und 
Bewegung, der vielleicht zu den besten Arbeiten des Künstlers in dieser Art 
gerechnet werden darf. Auch eine Anzahl anderer Wiener Privathäuser ent- 
halten in ähnlicher Art komponierte und ausgeführte Fries- und Decken- 
dekorationen des Künstlers (Abb. 25). 
Durch alle diese Arbeiten Grolls geht ein Zug lebensfroher Sinnlich- 
keit und Naturfreudigkeit, der sich zwar immer innerhalb strenger Schön- 
heitslinien hält, aber bei einem so hervorragenden Vertreter religiöser 
Kunst in der Gegenwart beinahe wie ein Widerspruch erscheint. Aber auch 
nur scheint. Groll sah im Leben wie in der Kunst, in der heidnischen wie in
	        
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