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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

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lntarsiafüllung von Antonio Barile aus Siena, Selbstporträt. signiert und 
datiert x5oz (K. k. Österreichisches Museum) 
Gesteine sind für die 
Intarsia hauptsächlich 
so viel wert, als sie 
Gelegenheit zu sil- 
houettenartiger Dar- 
stellung geben, sagen 
wir zu „Farbenfiecken" 
und „LichtHecken". 
Organische Körper, 
welche leicht in dieser 
fleckigen Weise wir- 
ken, wie etwa breit- 
beschwingte Vögel, 
kauernde Affen, dann 
Schnecken und der- 
gleichen, endlich Blatt- 
pfianzen mannigfacher 
Art werden dadurch 
beliebt. Natürlich läßt 
eine reich entfaltete 
Virtuosität schließlich 
alles machen; und so 
hat die Kunst der In- 
tarsia nach jahrhun- 
dertelanger Unterord- 
nung des Figürlichen 
auch dieses bis zu 
den lebhaften Jagd- 
und mythologischen 
Szenen im Geist des 
XVIII. Jahrhunderts 
gesteigert. Dem heu- 
tigen Kunstgeschmack 
kommt die Intarsia 
durch den beiderseiti- 
gen Zug zum Dekorativen gut entgegen; und mancherlei malerische oder 
Schwarzkunstwerke von heute wirken so intarsiahaft, wie es ihre Urheber 
schwerlich vorausgesehen haben. Für unsere Zeit kommt noch hinzu, daß 
sie keine Bemalung von Möbeln mehr liebt. Für diese kann also erst 
recht die Intarsia eintreten; und der moderne Künstler sieht „in den Intar- 
sien das einzige, allerdings auch das natürlichste Mittel, den Reiz har- 
monischen Farbenspiels auf seine Flächen zu zaubern, während gleich- 
zeitig die prachtvollen Maserungen der kostbaren Hölzer die von ihm 
beabsichtigte Wirkung des Ornaments auf das willkommenste erhöhen".
	        
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