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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

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endlich, nach einer besonders fühlbaren Unterbrechung, die neueste Zeit 
als sechste Epoche. 
Das Altertum liegt uns diesmal so fern, daß ein paar Charakteristiken 
genügen. Die Mittelrneerländer dürften schon damals im Verhältnis zu 
ihrem Reichtum an Stein und Metall wenig Holz gehabt und gepflegt haben; 
folglich handelte es sich wohl um Richtungen der Intarsia, welche mit dem 
Mosaik nächstverwandt waren oder zusammentielen. Erst die Ausbreitung 
der antiken Kultur in die nördlicheren Wälder brachte genügend Gelegenheit 
zu Holzintarsia. Wahrscheinlich haben die Behauptungen sehr recht, welche 
 
lrnarsiafüllung vorn Chorgestühl in S. Pelrßnio in Bologna, nach Herdtle 
schon ausÄgypten, aus der mykenischen und der späteren griechischen Kultur, 
sodann aus Byzanz und natürlich von den Etruskern und Römern über reich- 
liche Intarsiawerke berichten. Der griechische Hauptausdruck für unsere 
Kunst wurde auch den Römern eigen; sie nannten die Intarsia „ernblema" 
oder unterschieden sie von andern Werkarten als „opus intestinum". 
Am wenigsten können wir den Künsten des Orients nachgehen. Unsere 
Kunstgewerbemuseen lehren aus ihm ja nicht wenig über die Bearbeitung 
verschiedenster Stoffe zur Einlegung, von den Fliesenmosaiken per- 
sischer Moscheen angefangen bis zu den Lederarbeiten der Buchkunst 
und den mannigfaltigen Spielereien mit Elfenbein und allerlei Steinchen.
	        
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