MAK

Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 8 und 9)

Das Nordische Museum in Stockholm, Bürgerstube aus dem Anfang des XIXJahrhunderts 
ahnen mochten. Trotzdem bleibt vieles an dem Werk unserer Bewunderung 
wert, denn es ist das Resultat reifer Erwägungen, zielbewußter Tatkraft. 
Wenn wir erfahren, daß die Festhalle des Museums der größte Ver- 
sammlungsraum Schwedens ist, erkennen wir die Großzügigkeit des ganzen 
Unternehmens. Wenn wir die sorgfältige Ausstattung der Anlage zum 
Zweck ihrer Benutzung und ihres Studiums kennen lernen - Bibliotheks- 
räume, Studierzimmer, Arbeitsräume, Werkstätten, photographische Ein- 
richtungen - , so erkennen wir den fortgeschrittenen Standpunkt der Museums- 
leitung, die nicht nur die Unterbringung, sondern auch die fruchtbringende 
Nutzanwendung der Schätze im Auge hatte. 
Und schließlich zeigt das Programm der Aufstellung die große Voll- 
ständigkeit des Sammlungsprinzips, das auf einen sorgfältigen Ausbau 
des Vorhandenen bedacht ist. 
Mit Recht wurde die Erweiterung durch Einbeziehung bürgerlichen 
Kunstüeißes gesucht, denn auch hier ist ein national gefärbter Einschlag zu 
fühlen. Das Bürgertum war bis zum Ende des XVIII. und vielfach noch bis 
zur Mitte des XIX. Jahrhunderts der Träger von Traditionen, die ihre Eigen- 
berechtigung hatten. Ihm war der kosmopolitische, der internationale Ein- 
fiuß nicht so maßgebend wie der gleichzeitigen aristokratischen Kultur; 
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