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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 10)

Der Städte- 
bau des Mittel- 
alters war eben- 
sowenig wie der 
Burgenbau freien 
Treppenanlagen 
günstig. Freie 
Entfaltung war 
damals selten 
einem Bauwerk 
gegönnt, selbst 
die großen Ka- 
thedralen waren 
oft durch ihre 
Umgebung be- 
engt und einge- 
schlossen und 
haben sich mit 
ihrem Fußboden 
in der Regel nur 
dort höher über 
den Erdboden 
erhoben, wo die 
Terrainverhält- 
nisse dazu zwan- 
gen. Bloß an eini- 
gen Rathäusern 
haben sich an- 
schließend an 
Laubengänge 
äußere geradar- 
mige Treppen er- 
halten und auch 
diese gehören 
meist späteren 
Epochen an. Die 
Höfe von Schloß- 
bauten zeigen in 
Frankreich mit- 
Pinzzetta Cambiaso Nr. x, Genua (nach Reinhardt) 
unter auch Freitreppen (Pierrefonds), diese können aber nie an Bedeutung 
den Wendeltreppen gegenüber aufkommen. Die geraden Läufe an Wall- 
mauern und Befestigungswerken sind wohl technisch sehr interessant. Die 
Kragetechnik des Mittelalters, die auf besonderer Geschicklichkeit im Stein- 
schnitt und Konsolenbau basiert, feiert bei solchen Anlagen ihre konstruk-
	        
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