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Full text: Monatszeitschrift XI (1908 / Heft 10)

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Mit Recht haben die Architekten des Mittelalters daher gern diesen Bau- 
teil ganz von der übrigen Baumasse getrennt, die Treppe sozusagen heraus- 
gestellt und das „Treppenhaus" als eigenberechtigten Anbau behandelt. 
Auch der Turmbau des Mittelalters verdankt der Wendeltreppe in seinem 
Innern oft seine äußere Gliederung. ' 
Einer großen Festigkeit des Gerüstes und dem Streben der konstruk- 
tiven Folgerichtigkeit in seiner Dekoration verdankt die Wendeltreppe auch 
im Innenraum ihre Sonderstellung. Hölzerne Treppen in Hallen und Dielen, 
 
Kaiserliche: jagdschloß Eckartsau (Niederösterreich) 
steinerne Treppen zu Kanzeln und Emporien in Kirchenräurnen werden noch 
freier in den Raum gestellt wie die angelehnten Treppenhäuser in den Höfen, 
die Treppentürrne an den Fronten und Ecken der Schlösser, Burgen, Wohn- 
häuser. Jede Stufenfolge selbst ergibt durch Anarbeitung eines Kopfes an 
dem inneren Ende die Spindel, an dem äußeren Ende die Wange und wird 
dadurch selbsttragend. Die Aneinanderschiebung der äußeren Wangenstücke 
erzeugt eine Spiralenform, die polygonal oder nach kreisförmigem Grundriß 
umschlossen werden kann durch das Stabwerk des Treppenhauses mit offenem 
Maßwerk oder durch die vollen Wände des Turmes bei massiven Bauten. 
Im Innern fällt die Umschließung weg. Auch bei den großen Kirchtürmen 
begegnet man oft den angegliederten Treppentürmchen, die sogar zum
	        
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