MAK

Full text: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 1)

keineswegs großen Räume zu füllen wurde allerlei Dilettantenarbeit heran- 
gezogen und eine retrospektive Kunstschau aus Sammlerkreisen angefügt. 
Am besten war die Keramik und diejuwelierarbeit vertreten, wenngleich 
manche der bekanntesten Tonindustriellen, wie zum BeispielRoockwood fern 
Panneau aus Kacheln der Rookwood Pottery 
geblieben waren und Grueby, 
dessen umfangreiche Garten- 
töpfe mit rauher Oberfläche 
sich gegenwärtig großer Be- 
liebtheit erfreuen, bloß durch 
ein einziges Stück, einen Chaüng 
dish (Kochapparat, um Speisen 
an der Tafel zu bereiten) ver- 
treten war. Besondere Erwäh- 
nung verdienen nicht viel mehr 
als ein halbes Dutzend von 
Ausstellern. Charles Volkmar 
und sein Sohn Leon erzeugen 
mattgrüne Leuchter und Ge- 
fäße in gotisierenden, der 
Hauptsache nach aber dennoch 
modernen Formen. Die Frauen- 
arbeiten aus dem New Comb 
College, bisher durch ihre 
Farbenfreudigkeit bekannt, be- 
schränkten sich diesmal aus- 
schließlich auf blaue Waren. 
Nur in der Dekorationsart 
blieben sie ihrem früheren 
Genre, das heißt der dekora- 
tiven Verwertung der Flora 
ihrer Gegend, treu. Die Van 
Briggle Pottery Company aus 
Colorado hatte Ziergefäße in 
den ihr eigentümlichen ge- 
dämpften Mitteltönen ausge- 
stellt. Der Rückgang in der 
künstlerischen Qualität dieser 
Arbeiten, durch den Tod A. 
van Briggles verursacht, macht 
sich bereits deutlich fühlbar. In Robineau-Porzellan fanden sich wieder ganz 
interessante Gefäße, da Mrs. Adelaide Alsop Robineau bestrebt ist, mit jeder 
ihrer Vasen ein Einzelkunstwerk zu schaffen. Sie ist bekanntlich die erste, 
die aus amerikanischer Porzellanerde vom Ufer des Onandaga-Sees Produkte 
hergestellt hat, die denen der europäischen Porzellanfabriken ebenbürtig sind.
	        
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