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Full text: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 2)

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nach kurz nach Böttgers Tod verfaßt. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, 
daß sie mit jener des sonst ganz obskuren Wildenstein identisch ist, so daß 
bei Engelhardt vielleicht bloß ein Irrtum hinsichtlich des Namens vorliegt. 
Überdies hat Zimmermann im Gegensatz zu Engelhardt die große Menge 
der noch erhaltenen keramischen Erzeugnisse Böttgers auf das genaueste 
in Betracht gezogen und endlich führte eine gewissenhafte Durchsicht der 
Akten des Hauptstaatsarchivs zu dem Ergebnis, daß Engelhardt dieses 
Material stellenweise sehr flüchtig durchgearbeitet, ja ganze Aktenstöße gar 
nicht durchgesehen hat. Zieht man überdies die Art der Geschichtsschreibung 
jener Zeit in Erwägung, der es vor allem auf ein künstlerisch abgerundetes 
Gesamtbild ankam, so verliert Engelhardts Arbeit einen großen Teil ihrer 
Verläßlichkeit. Unter diesen Umständen war Zimmermann in der Lage, 
nicht nur Bekanntes in neuem Licht darzustellen, sondern auch allerlei 
Neues zu bringen. 
 
Böttger-Sleinzeug, gernuschelt 
Zimmermann beginnt die Rechtfertigung Böttgers vor allem damit, 
seine alchimistischen Versuche als ernste wissenschaftliche Arbeit zu cha- 
rakterisieren und die Flucht des Apothekergesellen aus Berlin als Versuch, 
seine bedrohte Freiheit zu bewahren, deren Wiedererlangung ja auch später 
in Dresden das Ziel seiner Sehnsucht war. Daß Böttger selbst an die Möglich- 
keit des Goldmachens geglaubt, darüber scheint wenigstens in der ersten 
Zeit ein Zweifel ausgeschlossen. Auch die Untersuchung der „farbigen Erden", 
namentlich der roten Tone; stand in Verbindung mit dem Bestreben, das 
Geheimnis des Goldmachens zu entdecken. Das für die Zukunft Ent- 
scheidende war hierbei die Idee, strengflüssige Erden mit leichtflüssigen, mit 
sogenannten Flüssen, zu mischen, so daß sich im Brande eine kompakte 
Masse bilden konnte. Damit war Böttger dem Prinzip der Porzellanbereitung 
um ein gutes Stück nähergekommen. Das praktische Ergebnis war zunächst 
allerdings nur rotes Steinzeug, das ähnlichen chinesischen Erzeugnissen 
glich, die man seit langem kannte. Damit begann die keramische Tätigkeit 
und der erste größere Erfolg Böttgers. Eine Reihe weiterer Ergebnisse,
	        
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