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Full text: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 2)

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sind 
oft sehr 
bestimmend 
für bestimmte 
Kunstindustrien ge- 
worden. So hat zum 
Beispiel in Deutschland 
die Erzeugung von seide- 
nen Textilien in Crefeld, die 
der wollenen und baumwolle- 
nenStoffevorzugsweiseinElber- 
feld und Chemnitz ihren Sitz, die 
Schmuckwarenfabrikation ist be- 
sonders in Pforzheim und Hanau, 
die der Stahlwarenerzeugung in Iser- 
lohn und Solingen, die der Bänder, Liz- 
zen und Spitzen in Plauen und Bannen 
zu Hause. Aus diesem Grunde werden 
die kunstgewerblichen Schulen neben der 
Pflege einer allgemein geschmacklichen 
Erziehung sich vornehmlich für die eigen- 
tümlichen Bedürfnisse des Ortes oder der 
Provinz entwickeln müssen und deutlich ein 
lokales Gepräge erhalten. Von dieser Art 
Schulen unterscheidet sich die Wiener Kunst- 
gewerbeschule, die unter der umsichtigen 
Leitung von Direktor Oskar Beyer steht, 
ganz wesentlich. Ihre Aufgaben und Ziele sind 
weiter gesteckt, sie soll kunstgebildete Kräfte 
für die Bedürfnisse der Kunstgewerbe, das 
heißt für die kunstausübenden Handwerke 
und Industrien erziehen. Sie soll nicht inner- 
Wiener Kunstgewerbeschule, Entwurf für 
ein Mosaikzwickelfeld am Portal eines 
Kaufhauses (farbiger Karton) von Giu- 
seppe Torelli (Schule Karger) 
halb eines kleinen Kreises walten, sondern die begabtesten Kräfte aus der 
ganzen Monarchie durch ihre Künstler-Lehrer mit künstlerischen Grund-
	        
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