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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 2)

die französische Edition

von Daphnis und Chloe mit

den Lithographien Bonnards:

 Waldweben, Duft,

Atmosphäre von Busch und

Baumgezweig, beblümte Au,

verschwebende Gestalten,

panische Hirtenidylle, Sommerwonne

 und langende

Umarmung im blühenden

Gefilde, Mittagsreigen, Flatterspiel

 der Hüchtigen Sekunde.

 Das ist mit einem

hauchigen Zauber hingeweht,

 unsubstanziell, als

Fluidum und Odem glückseliger

 Augenblicke, verschwistert

 Ludwig von

Hofmanns elysäischen

Träumen, doch ätherischer

noch durch den grausilbrigen

 Toniior der graphischen

 Technik. Beim _

ersten Eindruck könnte l y 14

man vielleicht sagen, daß "

nach der Tabulatur der X

Buchregie der feste und 

tief im Grunde eingegra- j 

bene Antiqua-Satz mit die- a 4 I ' "

58m Sdlwlmmendeng be' Wiener Kunstgewerbeschule, Figurale Studie von Franz Süsser (Schule

schwmgten Florgebilden A_ von Kann")

nicht wesensvoll zusammengeht.

 Der Einwand besteht sachlich auch zu Recht und als Vorbild für Bucharchitektur

darf das Werk nicht aufgestellt werden. Aber für sich selbst genossen, ist sein Reiz so

bestrickend, seine Art so zwingend durch das künstlerische Temperament, das hier vibriert,

daß man dem Buch seine persönlichen Existenzgesetze zugesteht, und dann findet man

auch das Zusammenhangvolle zwischen Text und Bild. Und das huschende Weben und

Wallen des graphischen Einfallspiels ist dann wie die luftige leichte Atmosphäre, das Ariel-Element,

 das heiter, erdentbunden um das feste Gefüge des Textes schwebt.

Zum dekorativen Bereich dieser Ausstellung gehört noch die Reihe der Steinzeugplastiken

 von Mendes da Costa. Teils frappante Wirklichkeitsimpression vom Fischmarkt,

aus den ]udengassen, neue Variationen des alten Genres „Cris de la rue" der Porzellanzeit.

Das Besondere dabei ist nicht sowohl der charakteristische Griff, der diese oft grotesken

Frauengestalten, stumpflippig, vogelnasig, deformiert hingestellt, sondern der vollkommene

künstlerische Sinn, der die Sprache und die Natur seines Materials, den graugriin erdigen

Ton des Steinzeugs, die porige warzige Oberfläche ausdrucksvoll für das Umsetzen seiner

Eindrücke verwendet.

Fesselnder noch ist die andere Welt, die phantastische. I-Iier werden Tiere, vor allem

Affen, zu besessenen Ornamenten stilisiert. Ethnographische Grotesken halb, und halb die

Dämonien der Wasserspeier an gotischen Kathedralen. Verrucht zugleich und skurril.

Einen dekorativen Aufbau von hohem Geschmacksreiz sieht man im Salon Gurlitt:

Eine Ausstellung neuerer Arbeiten von Emil Orlik.

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