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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 3)

eigentlichen Orient hinein

ebnen. Sein Christentum

hat Schweden von Mitteleuropa

 her empfangen

und ist damit - verhältnismäßig

 spät, im XI. und

XII. Jahrhunderte - in

die mittel- und westeuropäische,

 nicht etwa in

die byzantinische, Kulturgemeinschaft

 eingetreten

wie der Osten Europas.

Später suchte schwedische

 Tatkraft aber sowohl

nach Mitteleuropa als

nach dem Osten hin überzugreifen;

 man erinnere

sich nur an die Heldengestalten

 Gustav Adolfs

oder Karls XII. Immer

gab es so mit dem Osten

friedlichen oder kriegerischenVerkehr.

 Und Gesandtschaften

 aus fernen

Ländern haben in Schweden

 mancherlei prachtvolle

 Erzeugnisse zurückgelassen,

 gibt es doch

heute noch einige der

schönstenpersischenTeppiche

 in altern schwedi-Ausstellung

 schwedischer Volkskunst im Österreichischen Museum. Be- Sehen Besitze_

bang, tapisserieanig gearbeitet in bunter Wolle (Nordisches Museum .

in Swckholm) Das Entscheidende

für die ganze Kultur- und

Kunstentwicklung Schwedens war aber doch der Eintritt in die christliche

Gesittung, die damals in den mittleren und westlichen Ländern Europas im

Zeichen der „romanischerW Kunst stand. Und so rnußte diese, der im Norden

ältere Einflüsse wohl bereits einigermaßen vorgearbeitet hatten, auch nach

Schweden übergehen. Damals war jedoch die Scheidung zwischen der westlich-mitteleuropäischen

 und der byzantinisch-östlichen Kultur noch nicht so

ausgesprochen wie einige Jahrhunderte darauf. Die Trennung wird ja erst

schärfer, als mit der Weiterentwicklung der Gotik und vollends mit der

Renaissance der besondere europäische Geist wieder zum Ausdrucke gelangt.
            
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