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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 4)

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die bunten Hafnerarbeiten mit aufgelegtem Relief, namentlich mageres

Rankenwerk aus spiralig gedrehten Stengeln mit Blumen, Blättern und

Früchten, sodann die schöne Gruppe der Salzburger Ofenkacheln mit ihren

unübertroffenen figuralen Reliefdarstellungen und schwungvollen architektonischen

 Umrahmungen und so weiter. Auch Beispiele von Nürnberger

Nischenkrügen mit buntem Reliefschmuck, die der Werkstätte des Paul

Preuning zugeschrieben werden, sowie hervorragend schöne schlesische

Schüsseln treffen wir an. Unter diesen die bekannte große Kreuzigungschüssel,

ferner Wappenschüsseln und Schüsseln mit dem schlafenden Kinde und dem

Totenkopf. Nicht unerwähnt dürfen ferner die reizenden Ofenmodelle bleiben,

von denen die Sammlung einige hübsche Stücke aus dem XVI. Jahrhundert

aufweist. Mannigfach und von verschiedenen

Gesichtspunkten interessant sind die süddeutschen

 Fayencen, die Arbeiten aus Nümberg,

 Kunersberg und Göggingen. Ein Stück

aus der ersten, 1712 gegründeten Nürnberger

Fayencefabrik ist die mit dem Namen eines

ihrer Maler, G. F. Grebner, versehene Untersatzplatte

 (Nr. 915) mit chinesischen Blaumalereien.

 Eine spiralisch gewellte Henkelkanne

 (Nr. 92x) mit Blumen und der Darstellung

 des Brudermordes in Blaumalerei

trägt die Bezeichnung eines andern Arbeiters

dieser Fabrik: „N. Pössinger 1727". Ein weiterer

I-Ienkelkrug ist mit dem Namen des trefflichen

Nürnberger Blaumalers Johann Andreas Marx

versehen. Fayencen mit der Bezeichnung „Künersberg"

 (bei Memmingen) sind eine Schüssel

_ _ _ _ (Nr. 89g), eine Henkelkanne Nr. goo und ein

K115iÄB'(SI,I,IT.ZQQQZZ,ZYÄ;ÄQK" Wappenkrug (Nr. 901). Audi-e stilistisch verwandte

 Arbeiten repräsentieren die Fabriken

von Göggingen, Bayreuth, dessen schöne Arbeiten sich großer Beliebtheit

und Verbreitung erfreuten, und von Proskau aus friederizianischer Zeit. Im

ganzen sind es um 150 Stücke, die der deutschen Fayenceindustrie des

XVIII. Jahrhunderts angehören.

Unter den Erzeugnissen der österreichischen Fayencefabriken, von

denen viele, wie etwa die von Mährisch-Weißkirchen, Teinitz, Prag, Alt-Rohlau

 und Krawska, mehr lokales Interesse besitzen, nehmen die von

Hollitsch an Zahl und Bedeutung die erste Stelle ein. Unter diesen finden

sich solche mit chinesischem Decor, andre mit großer Blumenmalerei, ähnlich

 der der Straßburger Fayencen, solche mit Landschaften, Städtebildern

und Ruinen, mit mythologischen und Schäferszenen, ferner die bekannten,

oft prächtig modellierten Gefäße in Tierform, unter welchen eine große

Wildgans, zwei Fasane und ein Fisch die vorzüglichsten Stücke sind,








            
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