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Full text: Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 4)

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Klosterneuburger Kahrer stellen sich ein. Auch Karl Müller mit wirklich feinen Ringveduten 
und einige jüngste Namen (Stoitzner. Gelbenegger, Elsa Kasimir), die bald geläufig werden 
dürften. Sehr bemerkenswert sind die Bestrebungen der jungen, auf Stil bedachten Bild- 
hauer. Anton l-lanak gewinnt der Natur des Heischtonigen, im SchliE so schmiegsam aus- 
sehenden Untersberger Marmors schöne Wirkungen ab. Seine Aktstatue „Mutter" ist eine 
hervorragende Arbeit, ein scheinbar sehr physisches Motiv, das sich auch in voller Leib- 
lichkeit ausgibt und doch auch von einer sittlich bedeutsamen Symbolik. Diesen Geist hat 
auch seine kolossale Sitzi-igur der „Ewigkeit", für eine Grabnische in Olmütz; das „Ägypti- 
sche" daran durch interessant verwendete Details von Gewandung uns angenähert. Auch 
Josef Müllner tritt 
stattlich auf mit 
seiner kolossalen 
nackten Reiterfigur, 
in Tuaillons Art, 
aber massiver em- 
pfunden. Dieses 
mächtige Roß ist 
eine hervorragende 
Studie in der Rich- 
tung auf das Monu- 
mentale. Vortreff- 
lich in ihrer äußer- 
sten Knappheit eine 
Turandotbüste von 
Alfred I-Iofmann. 
Arg übertrieben, ja 
karikiert ein bron- 
zener Hirt von 
Mestrovic, an dem 
einzelne Teile un- 
mögliche Muskula- 
turen haben, die 
an andern Teilen 
fehlen. Seine ex- 
tremen Rücken klin- 
gen selbst noch bei 
einem Mädchenakt 
an. Verunglückt 
auch Cancianis Mar- 
mgrbüste Richard Zinnschüssel, Nürnberg, XVIJahrhunden (Sammlung Lanna, Prag) 
Wagners, mit nack- 
tem Oberkörper, auf Stil angelegt, der aber eher komisch ausfällt; Stil, welche einfache 
Sache, aber welche komplizierte Plage, zum Einfachen zu gelangen! 
HAGENBUND. Die Frühjahrsausstellung des Bundes kann sich sehr gut neben 
denen der andern Wiener Verbindungen sehen lassen. Zunächst fällt die große 
lichte Raumgestaltung auf, mit breiten Durchblicken, die sie übersichtlich machen (Architekt 
Oskar Laske). Unter den Wiener Malern steht nach wie vor Ludwig Ferdinand Graf voran. 
Er ist neben Klimt der einzige, der sich seinen Stil gemacht hat. Trotz gewisser in der 
LuR liegender Anlehnungen (Besnard) hat er sein eigenes Farbensehen und dabei einen 
zusammenfassenden Vortrag, in dem alle Kleinigkeit sich verzehrt. Selbst seine kleinen Land- 
schaften leben so im ganzen und nähren sich von Stärke. Vorzüglich etwa eine Straße in 

	        
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