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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 4)

Kaiser Ferclinands I. und Schwagers Kaiser Ferdinands II., von keinem Geringeren als

Rubens in Italien gemalt. Wie festgestellt werden konnte, ist das Stück ein Fragment, das zu

dem großen, von Rubens für den Herzog Vincenzo von Mantua in der Kirche Santa Trinita

zu Mantua gemalten Altarwerk gehört. Drei große Stücke dazu sind noch in der Bibliothek

von Mantua erhalten. Obwohl nur Fragment, gehört dieses Bildnis durch die Breite des

malerischen Vortrags und das kräftige, an Tintoretto

erinnernde Halbdunkel zu den wirkungsvollsten

Jugendwerken des großen Meisters, von denen bisher

 die an sonstigen Arbeiten von Rubens so reiche

kaiserliche Galerie noch keine Vorstellung zu bieten

vermochte. Da über dasselbe ein besonderer Aufsatz

im Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen des

Allerhöchsten Kaiserhauses vorbereitet wird, bringen

wir davon keine Abbildung. Eine interessante Erwerbung

 bildet auch ein farbenfrisches Wiener

Bild von Lucas Cranach dem älteren, auf Holz

in miniaturartiger Technik ausgeführt, 1548

datiert und signiert. Es stellt eine Allegorie

des Ruhmes dar und bietet für die kaiserliche

Sammlung schon deshalb besonderes Interesse,

 weil die Figur des Ritters in goldener

Rüstung darauf allem Anschein nach Karl V.

darstellt. Getreu dem Bestreben, womöglich

solche hervorragende Bilder zu erwerben, die

einst der kaiserlichen Gemäldeslmmlung angehörten

 und aus irgendeinem Grunde aus derselben

 verschwunden sind, gelang es im abgelaufenen

 Jahre zwei derartige Akquisitionen

zu machen, die um so willkommener waren,

als die Maler dieser Bilder bisher in der Galerie

 noch nicht vertreten waren. Es sind dies

eine schöne, freundliche Landschaft von Jan

Wildens, einem der besten vlämischen Landschaftsmaler

 des XVII. Jahrhunderts, der auch

als bevorzugter Mitarbeiter von Rubens kunstgeschichtliche

 Bedeutung besitzt, und ein

durch feine Linienführung ausgezeichnetes

Interieur von Jacobus Vrel, einem hochbegabten

 Vorläufer Pieter de Hooghs. Beide Werke

sind bezeichnet und datiert und stammen, wie

aus dem Inventar von r659 nachzuweisen ist,

aus der Sammlung des Gründers der Galerie

Erzherzog Leopold Wilhelm.

Die Gruppe der holländischen Gesellschaftsmaler,

 die im Laufe der letzten Jahre

durch Stücke von J. Palamedesz und P. Codde ergänzt werden konnte, fand erwünschte

weitere Bereicherung durch eine Spende des Wiener Sammlers kaiserlichen Rates Alexander

 Tritsch, bestehend in einem schönen Gemälde von Dirk Hals aus der besten Zeit

dieses Meisters, der als Begründer einer nicht unwichtigen Richtung der holländischen

Malerei einen Platz in der kaiserlichen Galerie verdiente. Auch die österreichische Malerei

des XVIII. Jahrhunderts konnte durch ein geschmackvolles Bildnis von der Hand des

Wieners Josef Dorfmeister, der bisher in der Galerie noch nicht vertreten war, vermehrt











Bronzestztuette „Arion" von Andrea Riccio (Hofmuseum

 in Wien)
            
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