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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 11)

Impressionist, der früher an der Spitze des Water Color Clubs gestanden

war, von der Ausstellung zurückgezogen. Weniger zu bedauern ist es, daß

nun auch Hassams Nachahmer, die ihm wohl die Ausstellung verleidet

haben, nicht mehr zu sehen waren.

Der einzige Preis, den der Water Color Club verleiht, ist in der letzten

Saison einer Dame zuerkannt worden. Er wurde der Frau Adelaide Deming

für ihr feines Gemälde „Mondschatten" verliehen.

Auch sonst sind Frauen mit bemerkenswerten Werken hervorgetreten.

So hatte Alathea Platt, von deren Gemälden in meinem letzten Bericht einige

reproduziert wurden, eine Anzahl Interieurs ausgestellt, die namentlich auch

koloristisch bedeutend waren. A. Schilles kraftvolle Malweise kam besonders

in einigen Kinderporträten zur Geltung. Lucy May Stanton fesselte durch das

charakteristische Porträt einer Mutter mit vier Kindern. Mariana Sloans

„Weidenß Emma Lampert Coopers „Der Fluß bei Vitre" und Mary

Langtrys „Dunkler Teich" waren gleichfalls Bilder, die zu den besten Stimmungslandschaften

 gehörten.

Von großem Reiz in Farbe und Technik waren auch die „Mohnblumen"

von Clara F. Howard. Eine kräftige Technik zeigte Clara Mc. Chesnay in dem

Bild „Kürbisse".

Unter den männlichen Ausstellern möchte ich besonders Hermann

Dudley Murphys „Meeresstrand" hervorheben. Die mattschimmernde Nebelatmosphäre,

 die das Bild zeigt, ist mit feinem Empfinden wiedergegeben.

Beachtenswerte Gemälde waren auch W. Ritschels „Dämmerung",

Charles Austin Needhams „Das Ende des Tages", George Wharton Edwards

„Sonniger See", Howard Russel Buttlers „Woge" und D. L. Murdocks

„Fischers Heim".

Alle diese Landschaften bewiesen die Fähigkeit der Amerikaner, auch

in der spröden Aquarelltechnik Stimmung und koloristische Wirkungen zu

erreichen. Das trifft ganz besonders noch bei Colin Campbell Cooper zu. Es

gelingt diesem hochbegabten Künstler, selbst unsern nüchternsten „Wolkenkratzern"

 in dunstiger Atmosphäre noch eine poetische Stimmung zu

verleihen.

Zu Anfang Dezember wurde in den ungenügenden Räumen der Fine

Art Society die jährliche Winterausstellung der Academy of Design eröffnet.

Für die Skulpturen konnte diesmal der angebaute „Riding Circle" des

Multimillionärs Frank Jay Gould benutzt werden. Früher war die Skulptur.

immer das Stiefkind in den Ausstellungen der Academy gewesen; hauptsächlich

 aus Raummangel. In der letzten Saison brauchte sie nun aber vor

den Bildern nicht zurückzustehen.

Von all den Bildhauerwerken war Daniel Chester Frenchs „Trauernder

Sieg" am bedeutendsten. Die Skulptur stellt eine edle weibliche Gestalt dar,

die anscheinend aus einer Felsenhöhle hervortritt. In der ausgestreckten

rechten Hand hält sie den Siegeslorbeer, während das mit der linken emporgehobene

 Gewand das Antlitz beschattet. Die Wirkung ist ernst und feierlich
            
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