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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 11)

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durch eine das damalige moderne österreichische Kunstgewerbe repräsentierende Ausstellung

 eröffnet wurde, so beteiligen sich auch an der gegenwärtigen Exposition alle Zweige

der Kunstindustrie und -gewerbe mit zum großen Teil eigens für diese Ausstellung hervorgebrachten

 Erzeugnissen, welche den gegenwärtigen Stand der Produktion und des

Geschmackes, die Entwicklung der Technik und das Zusammenwirken von Industrie und

Gewerbe mit der Künstlerschaft aufs trefflichste illustrieren. Die Ausstellung nimmt das

ganze neue Haus und Galerie und Säulenhof des alten Gebäudes in Anspruch. Es sind

44 Interieurs zu sehen, welche den Zentralraum im I-lochparterre umgeben und sich durch

die Flügelbauten des ersten Stockes hinziehen. Im Zentralraum sind Glas, Keramik,

Silberschmiedelxunst, Bijouterie, Email, Lederarbeit, Teppiche, Ziermöbel etc. untergebracht,

 im ersten Stockwerk folgen Stoffe, Stickereien, Spitzen, Bucheinbände, Terrakotten,

 Bronzen und so weiter. Es beteiligen sich eine Reihe von kunstgewerblichen

Fachschulen, der Verein zur Hebung der Spitzenindustrie in Österreich, der dalmatinische

Verein zur Hebung der Spitzen- und l-lausindustrie, der rumänische Hausindustrieverein;

auch die „Wiener Werkstätten" und die Vereinigung „Kunst im Hause" nehmen an

der Ausstellung teil. An die Interieurs im ersten Stockwerk schließen sich Expositionen

der k. k. Hof- und Staatsdruckerei, ferner solche der privaten photomechanischen Reproduktionsanstalten

 von Wien und Prag, der Berufsphotographen. Den Schluß der Ausstellung

 bildet die Vorführung der Arbeiten der k. k. graphischen Lehr- und Versuchsanstalt,

welche in Dresden das größte Aufsehen gemacht haben. Als künstlerischer Beirat für das

Arrangement der Ausstellung ist dem Museumsdirektor der Professor an der Kunstgewerbeschule

 Otto Prutscher zur Seite gestanden.

Am 26. vorigen Monats wurde die Ausstellung eröEnet. In Vertretung des Ministers

für öffentliche Arbeiten August Ritt, der durch die Sitzung des Abgeordnetenhauses am

Erscheinen verhindert war, nahm Sektionschef Dr. Adolf Müller die Erölfnung der Ausstellung

 vor. In Vertretung des Handelsministers Dr. Weiskirchner hatte sich Sektionschef

Franz Müller eingefunden. Direktor Regierungsrat Dr. Leisching begrüßte die Vertreter der

Minister, worauf der Rundgang durch alle Räume der Ausstellung angetreten wurde. Zur

EröHnung waren weiters erschienen: die Sektionschefs Geheimer Rat Wilhelm Exner, Graf

Wickenburg, von Fesch und I-Iasenöhrl, Herrenhausmitglied Lobmeyr, der Rektor der Universität

 Professor Swoboda, Gesandter Graf Karl Kuefstein, Generaldirektor der Tabakregie

Sektionschef Dr. von Scheuchenstuel, die Hofräte Freiherr von Weckbecker, Maresch, Löhr,

Strzygowski, Ganglbauer und Professor Lieben, die Ministerialräte von Förster-Streffleur,

Freiherr von Praiak, Freiherr von Sochor und Dr. Köller, die Sektionsräte Baron Klimburg,

Rudolf Schindler, Karminski und Borkowski, Polizeipräsidem-Stellvertreter Hofrat Baron

Gorup, Vizebürgermeister Dr. Porzer, Landesausschuß Bielohlawek mit Oberinspektionsrat

Gerenyi, Vizepräsident der Handelskammer Kitschelt mit Sekretär Dr. von Thayenthal und

Dr. von Sauter, Präsident der Schlesischen Handelskammer Janota mit dem Direktor des

Troppauer Museums Dr. Braun, die Regierungsräte Folnesics, Dreger, Ritter, Herdtle,

Lauböck, Rosmael, Stübchen-Kirchner und Stukart, die Oberbauräte Baumann, Wagner,

Holzer und Sachs, Baurat Bertele, Direktor Roller, die Professoren I-Iolfmann, Ginzel, Klotz

und Stephan Schwartz, Direktor Dr. Meder von der „Albertina", die Maler Engelhart, Graf

und A. D. Goltz, Bildhauer Kautsch aus Paris, Kustos Dr. Glück, Frau Goltz-Mell, die

Kommerzialräte Wilhelm Müller und Ehrenfest, Kunsthändler Artaria, kaiserlicher Rat

Richard und andere.

Am Eröffnungstag wurde auch der fünfzehn Druckbogen starke Katalog ausgegeben.

Die Ausstellung wird bis Jänner dauern. Unmittelbar nachher gelangen die keramische und

Glassammlung sowie ein Teil der Möbelsammlung des Museums zur dauernden Aufstellung

im ersten Stockwerk des Erweiterungsbaues und weiterhin erfolgt etappenweise die Neuaufstellung

 der übrigen historischen Sammlungen im alten Gebäude. Die Ausstattung des

alten Vortragssaales und des Saales IX, welche für die Erweiterung der Bibliothek und Vor-
            
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