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MAK

Full text : Monatsschrift für Kunst und Gewerbe I (1866 / 4)

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sie in den Elementar-Unterricht aufgenommen werden, da sie in der That

das Verständniss aller Formen und Erscheinungen ungemein erleichtert und

auf den directesten Weg zur richtigen Ausbildung des Auges führt.

Die Bildung des Auges muss aber als die erste Anforderung des

Elementar-Unterrichts betrachtet werden, die Bildung und Uebung der Hand

wird nebenher von selbst erfolgen und können dafür immerhin rein mechanische

 Mittel, gleichsam als Handgymnastik, als erspriesslich gelten.

Die Perspective lasst sich unmittelbar im Znsammenhange mit dem

Anschauungs-Unterrichte lehren und sollte auch als Grundlage des Freihandzeichnens

 in den Unterricht aufgenommen werden. Die Methode, nach

welcher Perspective zu lehren ist , wird sich natürlich nach dem vorhandenen

 Bildungsgrade richten, und es existiren Methoden genug, um dem

Schüler von jeder Altersstufe wenigstens die Elementarbegriife beizubringen;

beispielsweise der perspectivisehe Zeichen-Apparat von Dr. Hillardt,

welcher auf Grundlage des von Dürer angegebenen mechanischen Verfahrens

 construirt ist und in sehr instructiver Weise die Elementargrundsätze

 ableiten lehrt. Ferner ist das von Jakobs 1803 unter dem Titel

„Ausführliche Unterweisung in der Perspective" veröffentlichte Lehrbuch

zu erwähnen, nach dem zu Anfang dieses Jahrhunderts an der hiesigen Akademie

 vorgetragen wurde. Die Werke von Hummel, Soldan, Quaglio,

Guido Schreiber sind für reifere Schüler als vorzügliche Lehrbücher zu

bezeichnen.

Gründlich kann die Perspective allerdings nur auf Grundlage der

darstellenden Geometrie gelehrt und erfasst werden - und sobald die darstellende

 Geometrie in Volksschulen sowie in Gewerbeschulen jene Berücksichtigung

 wird gefunden haben, die sie als Elementar-Gegenstand verdient,

so wird die Perspective auch auf Grund dieser Lehre im Unterrichte behandelt

 werden können.

Welche Methode aber auch immerhin je nach dem Bildungsgrade

des Zöglings als die geeignetste erachtet werden möge, immerhin sollte die

Perspeetive mit dem Elementar-Unterrichts gleichzeitig fortschreiten, wenn

sie den rechten Nutzen erreichen und ganz in die Gewohnheiten des Zeichners

 übergehen soll, - während sie jetzt sehr häufig als die letzte Ausbildung

 des Zeichen; Unterrichts gilt, wodurch so viele Vortheile für den

Zeichen-Unterricht verloren gehen und dieselbe gewöhnlich eine einseitige

Anwendung iindet.

Nichtsdestoweniger wird bei vorgeriiekterem Studium ein Curs zur

höheren Vollendung in der Perspectjve noch von grossem Nutzen sein.

Bei der Frage über irgend einen Zweig der Kunstbildung ist es nahe

gelegen, den gesammten Bildungsgang zugleich zu überblicken, um die Stelle

zu finden, wo dieser Zweig, und die Art zu erwägen, wie er am besten zu

lehren sei.

Bei dieser Gelegenheit drängt es mich, meine Uebexzeugung dahin

auszusprechen, dass es vor Allem die Elementar-Bildung ist, welche auf
            
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