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und Museen, und schon die nächste Ausstellung zeigte die Früchte ihres
Strebens. Frankreich und noch mehr Belgien besitzen Anstalten zur
Ausbildung der Gewerbetreibenden fast in jeder, selbst der kleinsten Stadt.
Deutschland ist in dieser Beziehung sehr zurückgeblieben. Nur Oesterreich
hat einen, allerdings grossartigen, Anfang gemacht mit seinem "Gester-"i-eichischen
Museum für Kunst und Industrie", Würternberg und Baden
besitzen ausgezeichnete technologische Sammlungen, und Bayern hat in der
Kunst- und Gewerbeschule zu Njirnberg eine Anstalt ersten Ranges.
Norddeutschland, der eigentliche Sitz des deutschen Gewerbtleisses,
entbehrt einer ähnlichen Anstalt ganz. Zwar besitzen wir Üniversitäten
und AkademieemKunstschulen und polytechniscbe Lehranstalten;
für die künstlerische und technische Ausbildung derer jedoch, welche aus
der Volksschule unmittelbar in's gewerbliche Leben übergeben, ist so gut
wie nichts geschehen. Berlin mit seinem entwickelten Handel und seinen
blühenden Fabriken hat die Pflicht, diesem Mangel abzuhelfen. Dieser
Pflicht soll das neue Unternehmen genügen, welches wir unter dem Namen:
„Deutsches Kunst- und Gewerbe-Museum zu Berlin"
zu gründen beabsichtigen.
Das Institut wird kein locales, nicht lediglich für die Hauptstadt
berechnet sein, es soll vielmehr ein Centralpunkt werden, der dem Wissensdrang
der Arbeiter und den Bestrebungen der Gewerbetreibenden in
ganz Deutschland Genüge thnt. Nicht einseitig die künstlerische oder
die technisch-wissenschaftliche Ausbildung, sondern beide gleiehmässig
sollen in der neuen Anstalt gepflegt werden. Erst die Entwicklung aller
Kräfte kann ein Volk befähigen, in dem Wettstreit Aller auf dem Weltinarkte
seinen Platz zu behaupten. Dieses Ziel zu erreichen bedarf es
einer künstlerischen und technischen Sammlung von Mustern und Modellen,
und einer an diese sich anschliessenden Lehranstalt. Man sage_
nicht, dass wir Museen genug besitzen. Freilich sind unsere Sammlungen
reich an Knnstschätzen aller Art, aber die Verwerthung derselben für
Hebung des Gewerbes ist nur in einer Anstalt möglich. die eigens zu
diesem Zweck eingerichtet ist, wo wenige, aber vorzügliche Stücke einer
jeden Gattung von allen Seiten am Tage wie am Abend zugänglich, zu
genauem Studium und zur Copiruug bereit sind. Eine gute, allgemein
zugängliche technologische Sammlung nach Art der Stuttgarter entbehren
wir überdies ganz.
Die Beschaltung der Sammlungen kann erfolgen:
a) durch Ankauf oder Schenkung,
b) durch Entleihnng von den Besitzern,
c) durch Ausstellung von Seiten der Industriellen.
Das Leihsystem, welches in England und Oesterreich zu den
glänzendsten Resultaten geführt hat, wird auch bei uns nicht verfehlen,
dem Museum werthvulle Gegenstände in grosser Zahl zur Ausstellung