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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 8 und 9)

lassen sollen. So führte zum Beispiel Österreich in

seinem großen Wappen vom Jahr 1836 Kastilien, Leon,

Aragonien, Westindien, Sizilien, Kalabrien und Anjou

als Erinnerungs- und Gedächtniswappen. Die im selben

großen Wappen erscheinenden Wappenbilder der Oberund

 Niederlausitz, welche Länder vom Kaiser Ferdinand

 II. im Jahre x635 an den Kurfürsten von Sachsen

mit dem Vorbehalt, Titel und Wappen weiterzuführen,

abgetreten worden waren, gehören ebenfalls zu den Ge-Mm

 am Wappen vonsmb dächtniswappen, wjährend dasVVappen des Königreichs

britannien und Irland (Sei! Dalmatien im jetzigen unganschen Staatswappen die

r 831) Rolle eines Anspruchswapp ens spielt. - Inrnanchen deutschen

 Staatswappen, wie in jenem von Preußen, Sachsen, Sachsen-Meiningen,

Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg und Gotha und Anhalt, findet sich außer

den Feldern mit Wappenbildern auch noch ein leerer, einfach rot tingierter

Raum, das sogenannte „Regalienfeld", als Zeichen des Blutbannes, eine in

Anbetracht der heutigen Verhältnisse ziemlich überflüssige Symbolik.

Unter den Staatswappen Europas gehört das Wappen der Schweizerischen"

 Eidgenossenschaft zu den einfachsten. Es besteht aus einem schwebenden

 silbernen Kreuz, die gleichlangen Arme, je ein Sechstel länger als

breit, in einem roten Schilde ohne jedwede Außendekoration (Abb. 34).

Ursprünglich zeigte das rote Banner der Schweizer ein durchgehendes

weißes Kreuz, gleich dem von Savoyen, die beide dem Kreuze des heiligen

Mauritius"', des Anführers der Thebaischen Legion zur Zeit des Kaisers

Maximianus, ihre Entstehung verdanken sollen. Das Wappenbild von Savoyen

 bildet heute das Wappen des geeinigten Italiens. Auf dem Pergamentumschlag

 des Staatsvertrags zwischen den sechs katholischen Orten (Uri,

Schwyz, Unterwalden, Luzern, Zug und Freiburg) und dem Herzog Emanuel

Philibert von Savoyen, 1577, ergänzt 1581, erscheinen die beiden vollkommen

 gleichen Wappenschilde nebeneinandergestellt (Abb. 35).

Die Berner waren die ersten, die das Kreuzbanner führten, weil sie

aber in jener Zeit unter der Schutzherrschaft der Grafen von Savoyen

standen, dürfte vielleicht ihr Bannerbild auf das Heerbannszeichen von

Savoyen zurückzuführen sein. Das heutige Wappenbild

 der Schweiz wurde 1803 als Bundeswappen festgesetzt.

 Ebenfalls nur einfache Schildbilder, aber dagegen

 reiche Außendekorationen, wie Kronen, Wappenzelte,

 Ordensketten, Schildhalter und so weiter,

besitzen ferner noch die heutigen Staatswappen

von Italien (silbernes Kreuz in Rot), Belgien (goldener

 Löwe in Schwarz), Baden (roter Schrägbalken

in Gold), Bremen (silberner Schlüssel in Rot) und





Abb. 3x. Wappen von Großbritannien

 und Irland in Schon- " Die heutigen Kleeblattenden des Mauritiuskreuzes kamen erst

lancl später in Gebrauch.
            
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