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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 8 und 9)


Als man die Schilde gleich

0 einem Schachbrett durch Felderteilungvielfach

 zerlegt hatte,

aber noch immer weitere Wappenbilder

 im Schilde unterbringen

 wollte, belegte man den

Schild mit kleineren Schilden,

ja man schob sogar zwischen Am, 3a Km, m0„

den kleinen (I-Ierzschild) und

den großen (Rückenschild) noch einen dritten

Schild (Mittelschild), siehe das Schema Abbildung

39. Die kleinen Schilde legte man entweder auf die

Mitte des größeren (Herzstelle) oder ober diese

(Ehrenstelle) oder unter diese (Nabelstelle), siehe

das Schema Abbildung 40 und Abbildung 32.

Das Belegen von Tierfiguren mit kleinen Schildchen findet man schon

ziemlich frühzeitig, Ende des XIII. Jahrhunderts, angewandt, aber das Tier

ist in einem solchen Falle innig mit dem Schildchen verwachsen, gewissermaßen

 der Träger desselben, während in der Spätzeit die dem Schilde direkt

aufgelegten kleineren Schilde absichtlich eine scharf markierte Umgrenzungslinie

 erhalten, so daß deren Separatexistenz sofort in die Augen fällt, besonders

 dann, wenn die aufgelegten Schilde die Figuren des unter ihnen liegenden

 größeren Schildes teilweise verdecken, ein Vorgang, der nur eine Folge

des Verkennens der ursprünglichen Bestimmung des Schildes als Kampfschild

 war. Der Krieger wird doch sicherlich niemals seinem Schilde noch

andere Schilde aufgeheftet haben. Noch heraldisch widersinniger ist aber

das Schmücken solcher aufgelegter Schilde mit Ranghüten oder Rangkronen,

wie wir dies zum Beispiel in den Abbildungen der großbritannisch-hannoverischen

 Wappen (Abb. 28 und 29) und in dem großen preußischen

Wappen (Abb. 32) gesehen haben.

Derartige plastisch herausgearbeitete Rangzeichen gehören auf den

Oberrand des Schildes, aber niemals in den Schild, weil sie eben keine

Schildliguren sind, ausgenommen natürlich jene Fälle, wo sie innerhalb eines

eigenen Feldes stehen und ein Wappenbild repräsentieren, wie zum Beispiel

die alte deutsche Kaiserkrone im roten Felde des hannoverischen Wappens

(Abb. 27). Aus demselben Grunde wäre es auch fehlerhaft,

die Ordensketten innerhalb eines Schildes anzubringen, wie

dies zum Beispiel in den deutschen Reichswappen unter den

letzten römisch-deutschen Kaisern und in den nachfolgenden

großen Staatswappen Österreichs zu bemerken ist.

Die Collanen der Orden, deren Großmeister und Verleiher

 stets der Regent des betreffenden Staates ist, sollten

Abbdßwappen von nach den derzeit vorhandenen staatsrechtlichen Verhält-Korea

 nissen eigentlich nur im persönlichen Wappen des Regenten

Abb. 35. Wappen der Eidgenossen

(Isnfßl)

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