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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 8 und 9)

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uns die ganze Geschichte der Kunst, ob es sich nun um Mittelalter, um

Renaissance, Barock oder Klassizismus handelt. S0 folgen hier auf die

älteren Romantiker und Nazarener die Präraffaeliten, dann etwa Puvis de

Chavannes, und, was dann kommt, wissen wir noch nicht; aber wir ahnen

Kommendes. Der Romantik handelte

es sich um neue Beseelung der in

Formalismus geratenen Kunst.

WennwirWorte der Begründer

der beginnenden Romantik hören,

so werden wir glauben, es seien

unsere Worte. Und wir Wiener

können noch mit Stolz sagen, diese

Worte sind zuerst in Wien erklungen.

 Schon deshalb ist es unsere

Pflicht, sie einmal wieder zu hören.

Sie werden uns aber auch am besten

in die Bestrebungen der ganzen

Künstlergruppe einführen und selbst

Führichs, der vielfach eine selbständigere

 Stellung einnimmt.

In der österreichischen Abteilung

 der Düsseldorfer Ausstellung

hängt eine kleine Federzeichnung

aus dem Besitz eines Wiener Kunstfreundesi;

 sie stammt aus dem

Nachlasse des so jung verstorbenen

Wieners Johann Ev. Scheffer von

Leonhardshoff, dessen „Heilige

Cäcilie" in der kaiserlichen Gemäldegalerie

 zu Wien gewiß in vielen Besuchern

 zarte und zugleich tiefe

Gefühle nachklingen ließ. Auf unserer

 Zeichnung ist nun die Halbfigur

 eines Jünglings in langem,

„deutschemi Haare dargestellt;

durch ein Fenster blickt man auf

Ausstellung m christliche Kunst in Düsseldorf. johann die innere Stadt Wien mit dem

Friedrich Overbeck, „Ave Maria", Bleistiftzeichnung Stephansturme Auf einem Blaue

' v

(K. k. Akademie der bildenden Künste in Wien) das der  mit beiden Händen

hält, liest man die Worte: IOI-I. FRIEDR  Overb . . . AKAD. ano XX [An.

Dom. l8ogldem . . I Wir haben hier ein Selbstbildnis des jungen Künstlers

vor uns, ein Blatt, das er offenbar dem ihm befreundeten jungen Scheffer einmal

 geschenkt hat und das uns nun nicht nur zu einem Zeugnisse der Freund-4'

 Dr. August Heymann.
            
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