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MAK

Full text : Monatszeitschrift XII (1909 / Heft 6 und 7)

eine weitere Ausschmückung ermöglichte. Der Topf erweiterte sich zur

Schüssel mit im Viereck eingeschlagenem Rand oder aber verkleinerte sich

zum Napf mit breiter Mündungsfläche. Durch Spaltung eines Tonzylinders,

dessen Teile dann unten und oben geschlossen wurden, entstand, vermutlich

 um die Mitte des XIV. Jahrhunderts die Nischenkachel. In der Geschichte

der Ofenkeramik repräsentiert sie den Höhepunkt künstlerischer Qualität,

weil die nun gebotene Tiefe des Raumes ein besonders hohes Relief und

damit eine Annäherung an die Plastik zuließ. Aber auch dieser Wandel

vollzog sich nur allmählich und benötigte etwas über hundert Jahre. Ein

aus Straßburg stammendes Fragment mit einzelnen Fabeltieren und eine

Augsburger Nischenkachel repräsentieren die Frühperiode. Die ältesten

Zeugen deutscher Tafelkachelkeramik haben wir im Westen vorgefunden,

und es ist dies ein weiterer Beweis für die Abhängigkeit von der Fliesenkerarnik,

 deren Anfänge in Frankreich zu suchen und deren Einflüsse in

erster Linie im Elsaß und in der Schweiz nachgewiesen sind. Gewiß hat

dagegen die Nischenkachel die erste Heimat in Österreich, wo ihre Grundform,

 die Topf- und Schüsselkachel mit ihren Varianten der konkaven und

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