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MAK

Full text : Monatszeitschrift XIII (1910 / Heft 1)






























Winter, Porzellanßgur, von

Hugo F. Kirsch

besten geht es doch den ohne Umschweife modernen. Man

sehe etwa die sechs Räume Karl Witzmanns für verschiedene

 Werkstätten: eine Zimmer-flucht für einen

wohlhabenden Bürger von heute. Er hat das einfache

Zweckdenken seiner Schule, dabei aber mancherlei Mittelchen,

 die Aufmachung zierlich zu gestalten. So verwendet

 er in einem lieben weiß lackierten Vorzimmer

(Josef Sowak) blankes Messingblech, das er mit den paar

Leisten und Kehlungen hübsch kombiniert. Überhaupt

gestattet er sich schon einige Sonntagszier. In einem

matten Mahagoni-Schlafzimmer (Josef Wosatka) begleitet

die Kanten das leise Relief eines Wulstes, der, wo ein

Türrand daran stößt, auch doppelt wird. Das ist Hoffmannsche

 Verwendungsart, noch mehr aber (wie an

dessen bekanntem Verkaufslokal auf der Seilerstätte),

wenn er zu solcher Einfassung eine fassonierte Holzleiste

einfach, zweifach, dreifach verwendet. So in dem gediegenen

 Nuß -Wohnzimmer von Karl Karasek und in dem

Palisander-Herrenzimmer von Leopold Spitzer. Wie

hübsch machen sie sich am Bücherschrank. Dabei

bleiben die Grundformen ganz einfach rechteckig.

Alles Lebende aus dem Ei; hier könnte man sagen:

Alles Geschreinerte aus der Kiste. Und alles wird

ruhig in der Ebene festgehalten. Höchstens daß eine

Sessellehne sich eine Schweifung in der Richtung auf

Chippendale erlaubt, wie in dem schwarzgebeizten

Eichen-Speisezimmer von Karl Vogel. Ein Speisezimmer

 in dem feingeflammten Schwarzbraun der japanischen Pappel, durch

zierliche Leisten gegliedert, das Büfett originell,

ist für Siegmund Oppenheim entworfen. Inter-



Gefäß, roter Dekor, ausgeführt

von Franz und Ernilie Schleiss,

Gmunden

essant ist er auch,

wenn er einmal

ins Damenelegante

 geht, wie

in dem luxuriösen

Rosenholz-Salon

(für Dumfort 8c

Tröster), wo alles

mit fassonierten

Goldleistenpassepoiliert

 ist: empirisiertes

 Rokoko,

mit sezessionier-_

 Topfvase, Steingut, Silberreduktionstem

 Empire, aber

glasur, K. k. Fachschule Teplitz-Schönau


            
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